Du willst mit deinem Smart Home loslegen, hast aber keine Lust auf hohe Startkosten? Dann ist eine smarte Steckdosenleiste ein richtig guter Einstieg. Damit schaltest du (fast) jedes Elektrogerät per App, per Sprachassistent oder ganz automatisch über dein Smart-Home-System, zum Beispiel Home Assistant. Gute Leisten messen dabei auch noch, wie viel Strom jedes angeschlossene Gerät zieht. Und das Beste: Meistens brauchst du keine extra Zentrale, die Leiste hängt einfach in deinem WLAN.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, worauf du beim Kauf achten solltest, wo die Unterschiede liegen und welche Leisten ich dir heute empfehlen würde. Spoiler: Mein Favorit ist aktuell die Shelly Power Strip 4 Gen4. Synonyme für die smarte Steckdosenleiste sind übrigens: WLAN-Steckdosenleiste, Smart-Home-Steckdosenleiste, Smart Power Strip und intelligente Mehrfachsteckdose 😉
Hinweis: Falls du keine Steckdosenleiste, sondern eine einzelne smarte Steckdose suchst, schau dir meinen Beitrag zum Shelly Plug S an.
Was können smarte Steckdosenleisten?

Die Basics: Aus eins mach viele
Eine Steckdosenleiste ist eine Leiste mit mehreren Steckdosen, auch Mehrfachsteckdose genannt. Genau wie eine normale Mehrfachsteckdose macht auch die smarte Variante aus einer Wandsteckdose mehrere. Der Unterschied: Bei den meisten smarten Leisten lassen sich die einzelnen Steckdosen getrennt voneinander an- und ausschalten, zumindest per App.
Geräte per App und Sprache steuern
Der offensichtlichste Vorteil: Du steuerst die angeschlossenen Geräte aus der Ferne. Je nach Leiste geht das über die App des Herstellers, über Alexa, Google Home oder Apple Home. Neuere Leisten unterstützen dafür Matter. Das ist der gemeinsame Standard, mit dem ein Gerät in all diesen Systemen gleichzeitig funktioniert, ohne dass du für jedes System einen eigenen Skill oder eine eigene App brauchst.
Wenn du dir denkst „Das braucht doch keiner“: stimmt. Aber wenn du den Ventilator einschalten kannst, OHNE die perfekte Couch-Position zu verlassen, fühlst du dich wie der King. Und für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ist die Steuerung per Sprache eine echte Erleichterung.
Stromverbrauch messen
Ein richtig nützliches Feature: Viele smarte Leisten messen den Stromverbrauch, die besseren sogar für jede Steckdose einzeln. So siehst du schwarz auf weiß, was dein Schreibtisch, die TV-Ecke oder das Netzwerk-Rack im Standby wirklich verbraucht. In Home Assistant landen diese Werte direkt im Energie-Dashboard, und du kannst darauf Automationen bauen, zum Beispiel eine Nachricht, wenn die Waschmaschine fertig ist.
USB-Ports
Es gibt smarte Steckdosenleisten mit USB-Anschlüssen. Praktisch, wenn du in der Nähe ein Gerät betreiben willst, das nur USB braucht, oder einfach dein Handy laden willst, ohne ständig diese verfluchten USB-Netzteile zu suchen ;). Die USB-Ports lassen sich bei den meisten Leisten aber nur gemeinsam schalten, nicht einzeln. Mein aktueller Favorit, die Shelly-Leiste, hat übrigens keine USB-Ports. Wenn dir die wichtig sind, achte beim Kauf gezielt darauf.
Smart Home Automatisierung
So richtig spannend wird es, wenn die Leiste automatisch schaltet. Zeitpläne und Timer können die meisten Hersteller-Apps. Mehr geht mit einem Smart-Home-System wie Home Assistant: Dort verknüpfst du die Leiste mit Anwesenheit, Sonnenuntergang, Strompreis oder anderen Geräten. Wie das funktioniert, zeige ich dir im Home Assistant Automation Tutorial.
Ein paar Ideen: Die Stehlampe geht an, wenn du nach Hause kommst. Der Drucker bekommt nur Strom, wenn der PC läuft. Die USB-Ports laden nachts dein Handy. Und für die Anwesenheits-Simulation im Urlaub kannst du dich richtig austoben!
Wie funktionieren diese Steckdosenleisten eigentlich?

Die Einrichtung unterscheidet sich je nach Hersteller und Modell, läuft aber ähnlich wie bei einer einzelnen smarten Steckdose:
- Die Leiste wird zuerst mit deinem WLAN verbunden, meist über die App des Herstellers. Unterstützt wird fast immer nur 2,4 GHz.
- Bei klassischen WLAN-Leisten wird das Gerät dabei deinem Konto beim Hersteller zugeordnet, die Steuerung läuft dann oft über dessen Cloud.
- Leisten mit Matter fügst du stattdessen per QR-Code direkt in Apple Home, Google Home, Alexa oder Home Assistant hinzu. Die Steuerung läuft dann lokal in deinem Netzwerk.
- Für die Sprachsteuerung ohne Matter aktivierst du den passenden Skill des Herstellers in der Alexa- oder Google-Home-App.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
Matter und Home Assistant
Wenn du heute eine Leiste kaufst, würde ich auf Matter oder eine gute lokale Home-Assistant-Integration achten. Damit bist du nicht von der Cloud und der App eines einzelnen Herstellers abhängig, und die Leiste funktioniert auch dann noch, wenn du später das System wechselst.
Brauche ich eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz?
Kurz zur Einordnung: Eine Überspannung ist ein kurzzeitiger Anstieg der Spannung im Stromnetz, zum Beispiel durch einen Blitzeinschlag in der Umgebung oder Schaltvorgänge im Netz. Steigt die Spannung deutlich über die normalen 230 V, können angeschlossene Geräte mit Pech kaputtgehen, und an einer Leiste hängen dann gleich mehrere davon.
Ein Überspannungsschutz in der Leiste ist deshalb ein nettes Extra, ersetzt aber keinen richtigen Überspannungsschutz im Sicherungskasten. Den baut dir ein Elektriker ein, und er schützt dann alle Geräte im Haus. Wichtig zu wissen: Nicht jede smarte Leiste hat einen eigenen Überspannungsschutz. Im Datenblatt der Shelly Power Strip 4 Gen4 zum Beispiel ist keiner aufgeführt.

Hauptschalter oder Tasten an der Leiste?
Klingt banal, aber nicht jede smarte Leiste hat einen Schalter zum Ausschalten der ganzen Leiste. Wenn du also nicht bäuchlings hinters TV-Board robben willst, um mal „schnell“ den Strom auszumachen, achte auf Tasten direkt an der Leiste.
Noch praktischer ist eine Taste pro Steckdose. Dann musst du nicht erst Handy oder Sprachassistent bemühen, nur um schnell die Kaffeemaschine auszuschalten. Die Shelly-Leiste hat genau das: Jede der vier Steckdosen hat eine eigene Taste, und wenn du eine Taste 2 Sekunden gedrückt hältst, gehen alle vier aus. Auch die Eve Energy Strip hat Tasten für jede ihrer drei Steckdosen.
Welche maximale Last braucht die Steckdosenleiste?
Eine Einschränkung smarter Leisten ist die maximale Schaltlast. Sie gibt an, wie viel Leistung die angeschlossenen Geräte maximal ziehen dürfen. Der Wert wird meist einmal für die ganze Leiste und einmal pro Steckdose angegeben. Bei der Shelly Power Strip 4 Gen4 sind es zum Beispiel 16 A für die ganze Leiste, aber nur 12 A pro Steckdose (laut Shelly 3.680 W gesamt und 2.760 W pro Steckdose, jeweils für ohmsche Lasten). Heizlüfter, Wasserkocher und andere Großverbraucher gehören deshalb lieber an eine eigene Wandsteckdose. Such dir die Leiste also passend zum Verbrauch deiner Geräte aus!
Sollte ich meinen Fernseher damit ausschalten, um Strom zu sparen?
Smart-TVs sind nicht dafür gemacht, ständig vom Stromnetz getrennt zu werden. Schon gar nicht, wenn der Fernseher noch an ist. Wenn dein Fernseher etwas teurer war und du noch lange Freude an ihm haben willst, empfehle ich dir: Schalte ihn NICHT mit einer smarten Steckdosenleiste aus. Lass ihn im Standby, wie vom Hersteller gedacht! Eine Leiste mit Verbrauchsmessung ist aber super, um zu sehen, was die TV-Ecke im Standby überhaupt verbraucht.
Wie viele Mehrfachstecker kann man an eine Steckdose stecken?
Eine Mehrfachsteckdose, egal ob smart oder normal! Steckdosenleisten solltest du nicht ineinanderstecken. Laut VDE 0620 muss sich an der Leiste sogar ein Warnhinweis „nicht hintereinander stecken“ befinden.
Smarte Steckdosenleisten im Vergleich
Wenn du es bis hierhin geschafft hast, hast du schon einiges an Scrollen hinter dir. Zur Belohnung gibt’s die Leisten, die ich dir heute empfehlen würde, erst mal in einer kurzen Übersicht. Die Preise schwanken stark, die Angaben sind grobe Richtwerte (Stand Oktober 2026).
| Shelly Power Strip 4 Gen4 | Brennenstuhl Connect Eco-Line 6-fach | Eve Energy Strip | |
|---|---|---|---|
| Steckdosen | 4, alle einzeln schaltbar | 6, davon 4 schaltbar | 3, einzeln schaltbar |
| Tasten an der Leiste | eine pro Steckdose | Hauptschalter und Tasten für zwei Steckdosen-Paare | eine pro Steckdose |
| Verbrauchsmessung | ja, pro Steckdose | nicht angegeben | ja |
| Matter | ja | nein | keine Matter-Version gefunden |
| Home Assistant | lokal, offizielle Shelly-Integration | keine eigene Integration | nur als HomeKit-Gerät |
| Sprachassistenten | Alexa, Google Home, Apple Home (über Matter) | Alexa, Google Assistant | Apple Home (Siri) |
| Preis ca. | 60 € (UVP) | 45–55 € | 90–100 € |
1 Mein Favorit: Shelly Power Strip 4 Gen4
Mein aktueller Favorit unter den smarten Steckdosenleisten ist die Shelly Power Strip 4 Gen4. Sie hat vier Schuko-Steckdosen, die du alle einzeln schalten kannst, per App, per Taste an der Leiste oder automatisch. Und jede Steckdose misst ihren Verbrauch einzeln: Leistung, Spannung, Strom und Energie. Damit wird aus einer Steckdosenleiste quasi ein kleines Strommessgerät für vier Verbraucher.
Bei der Verbindung ist Shelly wie gewohnt flexibel: Die Leiste spricht WLAN, Bluetooth und Zigbee und ist Matter-zertifiziert. Ab Werk läuft sie per WLAN mit Matter. Damit bekommst du sie direkt in Apple Home, Google Home oder Alexa, ganz ohne extra Skill. Alternativ kannst du sie auf Zigbee umstellen, wenn du lieber ein Zigbee-Netz nutzt.
In Home Assistant wird sie über die offizielle Shelly-Integration lokal eingebunden, also ohne Umweg über die Cloud. Laut dem Test von techtest.org taucht sie dort als vier einzelne Geräte auf. Dazu kommen die typischen Shelly-Extras: eine lokale Weboberfläche, Zeitpläne, Webhooks, Skripte und MQTT. Mehr zum Shelly-System findest du in meiner Shelly-Übersicht.
Ein paar Punkte solltest du kennen, bevor du zuschlägst:
- 12 A pro Steckdose statt der sonst üblichen 16 A, insgesamt 16 A für die ganze Leiste.
- Kein eigener Überspannungsschutz und keine USB-Ports.
- Laut Shelly liegt der Eigenverbrauch unter 1 W. techtest.org hat mit allen vier eingeschalteten Steckdosen etwa 3 W gemessen.
- Die Steckdosen sitzen recht eng beieinander, mit großen Netzteilen kann es knapp werden.
Die Leiste gibt es in Weiß und Schwarz, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 60 Euro. Im Angebot war sie auch schon deutlich günstiger zu haben. Wenn du eine smarte Leiste suchst, die mit Matter und Home Assistant gleichermaßen gut funktioniert und jede Steckdose einzeln misst, ist das aktuell meine Empfehlung.
2 6-fach-Steckdosenleiste: Brennenstuhl Connect Eco-Line
Der deutsche Hersteller Brennenstuhl ist einer der wenigen Anbieter mit einer smarten Steckdosenleiste in 6-fach-Ausführung. Von den sechs Steckdosen sind vier schaltbar, zwei haben Dauerstrom, zum Beispiel für den Router. Die Leiste bietet die üblichen Features: Zeitpläne und Timer, Steuerung per Smartphone über die kostenlose brennenstuhl Connect App und Sprachsteuerung über Amazon Alexa oder den Google Assistant.
Außerdem lassen sich die beiden schaltbaren Steckdosen-Paare per Knopfdruck an der Leiste ein- und ausschalten, die gesamte Leiste über einen Hauptschalter. Wenn du viele Steckplätze brauchst, ist sie eine solide Wahl. Matter und eine eigene Home-Assistant-Integration gibt es aber nicht, du bist hier also auf die App und die Cloud von Brennenstuhl angewiesen.
3 Für Apple-Home-Fans: Eve Energy Strip
Eve, bekannt zum Beispiel für den Bewässerungscomputer Eve Aqua, hat mit der Eve Energy Strip eine Steckdosenleiste für Apple Home im Programm. Sie hat drei Steckdosen mit je einer Taste, misst den Energieverbrauch und sieht richtig schick aus. Eve gehört inzwischen übrigens zum ABB-Konzern.
Aber (es gibt immer ein Aber): Viele Eve-Geräte wie der Zwischenstecker Eve Energy haben per Update Matter bekommen. Für die Energy Strip habe ich bei Eve keine Matter-Version gefunden. Damit bleibt sie vor allem eine Leiste für Apple Home, und Alexa oder Google Assistant gehen nur über Umwege. Für den Preis von rund 90 bis 100 Euro finde ich das, gerade im Vergleich zur Shelly-Leiste, ziemlich viel.
Was ist mit den alten Empfehlungen?
Falls du diesen Beitrag von früher kennst: Ein paar Leisten habe ich aus der Liste genommen, weil sie nicht mehr sinnvoll zu bekommen sind oder es heute bessere Alternativen gibt.
- Refoss WLAN-Mehrfachsteckdose (früher Platz 1): Ein aktuelles Angebot habe ich nicht mehr gefunden.
- AOFO Smart Steckdosenleiste: Bei Amazon gibt es aktuell kein Angebot mehr.
- Koogeek O1EU: Aktuelle Angebote der HomeKit-Leiste habe ich nicht mehr gefunden.
- Meross MSS620 Outdoor-Steckdose: Für draußen bietet Meross inzwischen eine Doppelsteckdose mit Matter und Verbrauchsmessung an (MOP320MA, IP44).
Fazit: Smarte Steckdosenleisten
Smarte Steckdosenleisten sind eine einfache und günstige Möglichkeit, dein Zuhause smarter zu machen. Mit nur einem Gerät steuerst du gleich drei bis sechs Verbraucher, besonders praktisch zum Beispiel für die Weihnachtsbeleuchtung. Die wichtigsten Kriterien beim Kauf sind die Anzahl der Steckdosen, die maximale Last, die Verbrauchsmessung und ob die Leiste mit Matter oder Home Assistant funktioniert. Achte am besten auf Matter oder eine lokale Integration, dann bist du auch in ein paar Jahren noch flexibel.
Eine Sache wäre mir noch wichtig: Wenn dir ein wichtiger Punkt im Vergleich gefehlt hat oder du eine Leiste kennst, die hier rein gehört, schreib mir einen Kommentar. Feedback ist immer willkommen 🙂




