Ein 3D-Plan in Home Assistant war vor ein paar Wochen noch ein Bastelprojekt für Leute mit Blender-Kenntnissen und zu viel Freizeit. Jetzt gibt es gleich mehrere davon, und der neueste Kandidat sammelt gerade auf GitHub Sterne: NextFloor. Das ist eine HACS-Integration, mit der ihr euer Haus direkt in Home Assistant zeichnet und es danach live in 3D seht. Die Lampen leuchten in ihrem Raum, Rollos fahren, Türen gehen auf, und draußen regnet es, wenn eure Wetter-Entität das sagt. Spannend ist dabei weniger die Technik als die Vorgeschichte.
🏠 Erst NeonPlan 3D, dann der Gratis-Fork
NextFloor ist ein Fork von NeonPlan 3D, das steht so auch im README. Das Original stammt von Torsten alias Mastershort, hat seit Ende September schon fast 1.000 Sterne gesammelt und ist bei Version 2.2 angekommen. Er hat es auch in der simon42 Community vorgestellt, dort findet ihr viele Fragen und Antworten aus der Praxis. Die Integration selbst ist bei NeonPlan kostenlos und steht unter MIT-Lizenz. Einige Extras verkauft Mastershort aber in seinem Shop, und zwar einmalig ohne Abo: Möbel-Packs und Pro-Add-ons wie Energiefluss in den Leitungen, E-Auto, Wärmepumpe oder die Zeitreise durch den Tag.

Genau da setzt NextFloor an. Der Entwickler verspricht „free forever“, also alles für alle: keine Pro-Version, keine bezahlten Packs, kein Lizenzschlüssel, kein Shop. Laut README sind Dinge, die anderswo Add-ons sind, gleich mit drin: Wetter, Energiefluss, TV und Lautsprecher, das Auto, Durchsagen sowie Haushalt und Garten. Dazu kommen 26 Möbel-Packs mit über 620 Modellen, ein Möbel-Baukasten im Browser und ein Plugin-System. Das ist legal, denn MIT erlaubt Forks ausdrücklich, und NextFloor bedankt sich im README auch brav beim Original.

Ein bisschen pikant ist es trotzdem, wenn das Gratis-Angebot genau das enthält, womit das Original sein Geld verdient. Mastershort hat in seinem Community-Thread übrigens schon darauf hingewiesen, dass gerade viele Klone von NeonPlan 3D unterwegs sind und er dafür keinen Support leisten kann.
✨ Was NextFloor laut README kann
- Plan-Editor in Home Assistant: Etagen, Räume, Wände, Türen, Fenster, Treppen, Dach und Garten, mit der 3D-Ansicht direkt daneben. Pläne aus Sweet Home 3D lassen sich importieren.
- Live-3D: Antippen schaltet, Wischen dimmt, langes Drücken öffnet die Farben. Rollos, Fenster und Türen folgen ihren Entitäten.
- Durchsagen: „Essen ist fertig!“ landet über die Action
nextfloor.announceim richtigen Raum, also auf dem Lautsprecher dort (Voice PE, Echo, Sonos) und auf jedem offenen NextFloor-Bildschirm. - Zeitreise: Die letzten Stunden mit Licht, Türen, Bewegung und Energie noch einmal abspielen.
- Fürs Wandtablet gebaut: Alarme bei Rauch, Gas, Wasser und offenen Fenstern, Kiosk-Modus mit Nachtdimmung und eine sparsame Qualitätsstufe für Fire-Tablets.
- Dashboard-Karte
custom:nextfloor-cardmit visuellem Editor, drei Looks (Neon, Blueprint, Tag) und Heatmap für Temperatur, Feuchte oder CO₂. - Neun Sprachen, Deutsch ist dabei, samt deutscher Anleitung.

Datenschutz passt auch: Plan, Bilder und Packs liegen in Home Assistants .storage, ein Konto braucht ihr nicht, und NextFloor geht laut README von sich aus nicht ins Internet. Nur wenn ihr die optionale echte Karte einschaltet, lädt euer Browser Kartenkacheln von OpenStreetMap. Installiert wird über HACS als benutzerdefiniertes Repository, nötig ist Home Assistant 2025.1 oder neuer. Wer erst gucken will: Es gibt eine Online-Demo im Browser.
🤔 Wie reif ist das Ganze?
Ausprobiert habe ich NextFloor noch nicht, die Einordnung beruht auf README, Releases und Issues. NextFloor gibt es seit dem 8. Oktober 2026, es steht bei Version 0.16.1 und hat 15 Releases in knapp vier Wochen. Das Tempo ist hoch, eine Null vorne heißt aber auch: Hier wird noch kräftig umgebaut. Mit gut 60 Sternen ist die Resonanz noch klein, gerade kommen allerdings täglich neue dazu. Offen sind derzeit drei Issues, darunter „Editing doors is broken“. Der Entwickler schreibt außerdem offen, dass NextFloor komplett mit KI-Unterstützung gebaut wurde, Idee, Entscheidungen und Tests kommen von ihm. Und natürlich die ewige Frage bei Gratis-Versprechen: Ob ein Ein-Personen-Projekt dieses Tempo auch in einem Jahr noch hält, weiß heute niemand. NeonPlan 3D hat da mit seinem Shop wenigstens ein Geschäftsmodell, das den Entwickler bezahlt.
Wer es schlanker mag, schaut sich die HACS-Karte Diorama an, die ich kürzlich vorgestellt habe. Wer lieber klassisch bleibt, findet in meinem Dashboard-Megabeitrag genug Vorlagen ganz ohne 3D. Und falls ihr euch noch fragt, wie das mit HACS weitergeht: Ab Home Assistant 2026.11 ist HACS als Marketplace fest eingebaut.
Mein Fazit: Ein 3D-Haus am Wandtablet ist natürlich Spielerei, aber eine sehr schöne. Wer einfach ausprobieren will, ohne für irgendetwas zu zahlen, kann NextFloor auf einer Testinstanz installieren. Wer ein reiferes Projekt mit Support und deutscher Community sucht, ist beim Original NeonPlan 3D besser aufgehoben. Ein altes Fire-Tablet an der Wand bekommt so jedenfalls eine zweite Karriere, passende Geräte findet ihr direkt hier drunter.
Quellen: NextFloor auf GitHub · NeonPlan 3D auf GitHub
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