„Anker SOLIX bekommt eine offizielle Home-Assistant-Integration“, meldet Caschys Blog heute früh, ab November soll es losgehen. Kleiner Spoiler für alle, die schon die Sektflasche aufmachen wollen: Die offizielle Integration gibt es längst. Anker pflegt sie seit Februar selbst auf GitHub, und sie läuft lokal statt über die Cloud. Neu ist dagegen ein großes PowerOS-Update für die Solarbank-Speicher, über das ComputerBase berichtet. Wir sortieren das mal.
Die offizielle Integration ist schon da, und zwar lokal
Die Integration Anker Solix Official wird laut README von Anker Innovations selbst entwickelt. Version 1.0.0 erschien am 26. Februar 2026, aktuell ist 1.5.0 vom 17. September. Sie spricht per Modbus TCP direkt im Heimnetz mit dem Speicher: keine Cloud, kein API-Schlüssel, kein Internet nötig, Werte alle fünf Sekunden. Neben den Messwerten lassen sich auch Betriebsmodus, Leistungsvorgaben und Ausgänge aus Home Assistant steuern. Installiert wird sie über HACS, wo sie inzwischen in der Standardliste steht. Mit Home Assistant 2026.11 heißt das übrigens Marketplace und ist fest eingebaut.
Der Haken steckt in der Geräteliste. Unterstützt werden nur die neueren Modelle:
- Speicher: Solarbank 4 E5000 Pro, Solarbank Max, Solarbank Max AC, XE und XE AC
- Zubehör: Smart Meter Gen 2 und Smart Plug Gen 2 (ab Firmware 0.0.8.4), der erste Smart Plug ist als „Coming Soon“ gelistet
- Nicht dabei: Solarbank E1600, Solarbank 2 und 3. Für die X1-Serie und die V1-Wallbox stellt Anker immerhin die Modbus-Dokumentation bereit, eine Integration ist dafür aber nicht geplant.
Vor der Einrichtung schaltest du Modbus TCP in der Anker App frei: Gerät öffnen, Zahnrad, „Three-Party Control Settings“ (ja, so heißt das da wirklich), Schalter an, IP-Adresse notieren. Am besten gibst du dem Speicher im Router gleich eine feste IP. Danach fügst du in Home Assistant die Integration „Anker SOLIX Official“ hinzu und trägst die IP ein. Die komplette Anleitung hat Anker auf einer eigenen Home-Assistant-Seite zusammengestellt.

Ganz ohne Kinderkrankheiten läuft es nicht. In unserer Community klagt ein Nutzer über Verbindungsabbrüche mit der Solarbank 4 Pro alle paar Tage. Laut Release-Notes hat Anker an der Stabilität der Modbus-Verbindung zuletzt mehrfach nachgebessert. Und wer sich über das neue Modbus-Panel in Home Assistant 2026.10 freut: Dort taucht die Integration nicht auf, weil sie ihre eigene Verbindung aufbaut. Anker hat das auf GitHub bestätigt. Funktionieren tut sie trotzdem.
Und was ist mit älteren Solarbanks?
Dafür bleibt die Community-Integration ha-anker-solix von Thomas Luther. Sie läuft über die Anker-Cloud (optional plus Ankers MQTT-Server), deckt dafür aber deutlich mehr Geräte ab und wird fleißig gepflegt, Version 3.9.1 kam erst am 27. Oktober. Mit genau dieser Integration habe ich vor zwei Jahren mein Anker-Solix-Energiedashboard samt „Null“-Einspeisung gebaut, inklusive aller Templates zum Kopieren. Wer dabei hängen bleibt, findet im Community-Thread Solarbank Anker Solix E1600 in HA integrieren über 50 Beiträge voller Praxiserfahrung. Und wie die Speicherwerte sauber ins Energie-Dashboard kommen, steht in meinem Megabeitrag zu Strom, Wasser und Gas.
Was das PowerOS-Update bringt
Die eigentliche Neuigkeit von heute ist das Software-Update für Ankers Energiemanagement PowerOS. Der Rollout beginnt laut Anker noch im Oktober, und zwar für alle Solarbank-Modelle, auch die erste und zweite Generation, plus XE und XE AC. Welche Funktion auf welchem Gerät landet, hängt allerdings von Modell und Markt ab. Die wichtigsten Punkte:
- Self-Learning Engine: Die Ladeplanung kombiniert Wetter- und Solarprognose, Verbrauchsmuster und Strompreise. Haushalte mit dynamischem Tarif sollen laut internen Simulationen von Anker bis zu 30 Prozent mehr Eigenverbrauch optimieren können.
- Tariff Auto-Match: erkennt feste, zeitvariable und dynamische Tarife und lädt in günstigen Phasen. In Deutschland und den Niederlanden soll ein „Negative Price Hunter“ gezielt bei negativen Börsenpreisen laden.
- Surplus Alert: kündigt Solarüberschüsse schon am Vortag an, damit Waschmaschine und Trockner zur richtigen Zeit laufen.
- Proactive Risk Alert: lädt den Akku vor angekündigten Unwettern oder Netzstörungen vor, sofern die Hardware Notstrom kann.
- Ab Dezember: „Intent-Aware“-Steuerung, bei der man der App in Alltagssprache sagt, dass Urlaub oder Homeoffice ansteht, sowie ein automatischer Tagesbericht.
Bei den Smart-Home-Anbindungen nennt Anker neben der bestehenden Home-Assistant-Integration auch Homey. Dafür gibt es bereits seit September eine offizielle Homey-App, ebenfalls lokal per Modbus TCP. Weitere Plattformen sollen im Laufe des Novembers folgen. Welche das sind, verrät Anker noch nicht.
Was heißt das für Home Assistant?
Wer eine Solarbank 4 Pro, eine Max oder einen XE-Speicher hat, kann sofort loslegen und braucht auf nichts zu warten. Die lokale Integration ist genau das, was sich viele nach den Erfahrungen mit Cloud-APIs immer gewünscht haben. Dass der Hersteller sie selbst pflegt, ist ein gutes Zeichen, auch für die Zukunft. Besitzer älterer Solarbanks bleiben bei der Cloud-Lösung aus der Community, bekommen aber zumindest das PowerOS-Update. Und ob man die KI-Ladeplanung von Anker nutzt oder lieber selbst mit Home Assistant und dynamischem Tarif steuert, darf jeder selbst entscheiden. Beides gleichzeitig führt nur zu einem Tauziehen zwischen zwei sehr überzeugten Algorithmen. 😄
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