„Wie hieß nochmal unser Hund?“ Bisher war das für Assist mit KI eine Fangfrage, denn jedes Gespräch beginnt bei null. Die neue Integration Memory von GitHub-Entwickler jayzuccarelli ändert das: Sie gibt dem Sprachassistenten ein Langzeitgedächtnis, und zwar ohne Datenbank. Jede Erinnerung ist eine schlichte Markdown-Datei in eurem Home-Assistant-Ordner.
So funktioniert es
Memory meldet sich in Home Assistant als zusätzliche KI-Schnittstelle (LLM-API) an. Im KI-Agenten setzt ihr dann neben „Assist“ einfach den Haken bei „Memory“. Danach bekommt der Agent drei Werkzeuge zum Speichern, Lesen und Löschen. Sagt ihr „Merk dir, dass …“, legt er eine Datei an. Je nach Modell speichert er auch von sich aus Dinge, die ihm dauerhaft wichtig erscheinen.
- Getestet mit: Anthropic Claude, OpenAI Conversation, Google Gemini und AI Tasks. Gedacht ist es für alle Agenten, die die eingebauten KI-Werkzeuge von Home Assistant nutzen.
- Speicher: eine Markdown-Datei pro Erinnerung unter
/config/memory, dazu eine automatisch gepflegte ÜbersichtMEMORY.md - Typen: Fakten über den Haushalt, Verhaltenswünsche an den Assistenten, laufende Projekte, Verweise und eigene Begriffe („alle Lichter“ heißt bei euch vielleicht: ohne die Druckersteckdose)
- Für Automationen: Aktionen
memory.save,memory.readundmemory.deletesowie ein Sensor mit dem kompletten Index
Die Übersicht aller Erinnerungen steckt bei jeder Anfrage im Systemprompt, die Details liest der Agent nur bei Bedarf nach. Die Idee hat sich der Entwickler laut eigener Aussage bei Claude Code abgeschaut, das sein Gedächtnis genauso in einer MEMORY.md führt.
🏠 Was heißt das für Home Assistant?
Die Installation ist angenehm unspektakulär: Memory steht bereits in der Standardliste von HACS, ab Home Assistant 2026.11 heißt das Ganze Marketplace. Herunterladen, neu starten, Integration hinzufügen, Haken im KI-Agenten setzen, fertig. Das Projekt steht unter MIT-Lizenz, aktuell ist Version 0.2.2. Groß ist die Nutzerschar noch nicht, auf GitHub zählt das Repo eine Handvoll Sterne.
Der Charme liegt in der Schlichtheit. Alternativen wie Home Mind oder AI Memory setzen auf eigene Server oder Vektorsuche und kommen mit Tausenden Erinnerungen klar. Memory ist laut Entwickler für ein paar Dutzend Fakten gedacht, dafür könnt ihr jede Erinnerung im Datei-Editor lesen, korrigieren oder löschen. Das ist ehrlicher als jede Blackbox.
Einen Punkt solltet ihr aber im Hinterkopf behalten: Nutzt ihr einen Cloud-Agenten wie Claude, ChatGPT oder Gemini, geht die Gedächtnis-Übersicht bei jeder Anfrage mit an den Anbieter. Was ihr Assist anvertraut, landet also beim jeweiligen KI-Dienst. Wer das nicht will, setzt auf ein lokales Modell, wie in meinem Beitrag zur lokalen Sprachsteuerung mit Home Assistant. Lokale Modelle führt der Entwickler nicht unter den getesteten Agenten, und gerade kleine Modelle tun sich mit Werkzeugen oft schwer. Welcher Sprachassistent grundsätzlich zu euch passt, steht im Sprachassistenten-Vergleich. Und wer sich mit anderen über Assist mit externen und lokalen KI-Modellen austauschen will: Dazu läuft gerade ein Thread in der Community.
Unterm Strich: Ein kleines Projekt, das eine echte Lücke füllt. Endlich muss niemand mehr Assist jeden Morgen erklären, dass die „Funzel“ die Stehlampe im Wohnzimmer ist.
Quellen: GitHub: jayzuccarelli/ha-memory · Vorstellung auf Reddit
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