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ToothSpin: Bluetooth-Eingang für Music Assistant – Handy koppeln, Musik in allen Räumen

Kennst du das? Du baust ein lokales Multiroom-System mit Music Assistant, alle Räume spielen synchron, nichts hängt in der Cloud – und die Familie fragt nur: „Schön. Und wo ist Bluetooth?“ Genau das ist dem Entwickler eknoes passiert. Sein Haushalt hat die Handys dann einfach mit dem nächstbesten Lautsprecher gekoppelt, und das schöne Setup blieb ungenutzt. Seine Antwort darauf heißt ToothSpin, ein „Friedensangebot“, wie er es selbst nennt.

Schema: Handy streamt per Bluetooth zu ToothSpin, ToothSpin leitet per Sendspin über Music Assistant oder direkt an die Lautsprecher weiter
So funktioniert ToothSpin · Bild: ToothSpin / eknoes (GitHub)

Ein USB-Stick wird zum Bluetooth-Lautsprecher

ToothSpin macht aus einem USB-Bluetooth-Dongle einen Bluetooth-Lautsprecher für Music Assistant. Fürs Handy ist das ein ganz normaler Lautsprecher namens „ToothSpin“: einmal koppeln, Spotify, YouTube oder Podcast-App starten, fertig. Was das Handy abspielt, taucht in Music Assistant als Live-Eingang auf und lässt sich von dort auf einen Lautsprecher, eine Gruppe oder das ganze Haus schicken. Die Lautstärketasten am Handy regeln dann die gewählten Lautsprecher. Mehrere Handys an einem Dongle gehen auch, jedes bekommt seinen eigenen Eingang. Gäste brauchen weder App noch Konto, nur Bluetooth.

Technisch nutzt ToothSpin Sendspin, das offene Audio-Protokoll aus dem Music-Assistant-Umfeld. Seit Version 2.10 bringt Music Assistant das Plugin „Sendspin Source“ mit, das Audio von Sendspin-Geräten als Live-Eingang annimmt, ursprünglich gedacht für Line-in, Plattenspieler oder Mikrofon. ToothSpin setzt genau dort an und braucht deshalb Music Assistant 2.10.7 oder neuer (aktuell ist 2.10.8). Wer nur ESPHome-Lautsprecher mit Sendspin hat und gar kein Music Assistant betreibt, nimmt die Variante ToothSpin Standalone, die selbst als Sendspin-Server arbeitet.

Weboberfläche von ToothSpin mit zwei Handys, Lautsprecher-Schaltern pro Raum und Lautstärkereglern
Die Weboberfläche: pro Handy die Räume ein- und ausschalten · Bild: ToothSpin / eknoes (GitHub)

Installation und Einschränkungen

Am bequemsten läuft ToothSpin als App (früher Add-on) in Home Assistant: Repository https://github.com/eknoes/toothspin unter Einstellungen → Apps → App Store → ⋮ → Repositories hinzufügen und ToothSpin installieren. Es kann sich den Bluetooth-Adapter mit Home Assistant teilen, zuverlässiger ist laut Entwickler aber ein eigener USB-Dongle nur für ToothSpin. Alternativ gibt es ein Docker-/Podman-Image oder eine fertige Konfiguration für Fedora CoreOS, die auch auf dem Raspberry Pi 4 läuft (Pi 5 noch nicht). Die Weboberfläche auf Port 8080 hat kein Login, gehört also nur ins Heimnetz.

Ehrlich ist der Entwickler auch bei dem, was noch fehlt: Titel und Cover landen noch nicht in Music Assistant, weil Sendspin das für Eingänge noch nicht überträgt (die ToothSpin-Oberfläche zeigt sie aber an). Nach mehr als zehn Minuten Pause musst du die Lautsprecher neu einschalten, und Telefonate macht ToothSpin nicht, nur Musik. Das Projekt ist jung: Das Repo ist seit dem 13. Oktober öffentlich, Version 0.5.0 kam am 25. Oktober, Lizenz GPL-3.0. Der Entwickler schreibt offen, dass er es an ein paar Abenden zusammen mit KI-Hilfe gebaut und den Code selbst geprüft hat, es inzwischen in einigen Haushalten läuft und man trotzdem mit Ecken und Kanten rechnen sollte.

Meine Einordnung

„Handy als Quelle wie bei einem Bluetooth-Lautsprecher“ ist einer der ältesten Wünsche an Music Assistant, die Diskussion dazu läuft seit 2022. Bisher hieß die Antwort: Android-App wie Ariacast oder Bastellösung. Ein Maintainer von Music Assistant beschreibt dort inzwischen einen zweiten Weg ohne Home-Assistant-App: ein USB-Bluetooth-Empfänger, der sich als USB-Soundkarte meldet, an einem Raspberry Pi mit sendspin-cli. Für den schlichten Dongle direkt an Home Assistant verweist er selbst auf ToothSpin. Nicht verwechseln solltest du ToothSpin mit Projekten wie dem Sendspin-BT-Bridge, die den umgekehrten Weg gehen und einen Bluetooth-Lautsprecher zum Ausgabegerät machen.

Für Haushalte, in denen nicht jeder Lust auf die Music-Assistant-App hat, ist das ein echter Akzeptanz-Booster: Bluetooth kann jeder, und die Musik landet trotzdem synchron in allen Räumen. Wer Music Assistant noch einrichtet, findet in der simon42 Community Hilfe, etwa im Thread Anfängerfragen zum Music Assistant oder zu Multiroom mit Sendspin und ESP32. Und wer noch alte Echos im Schrank hat: Wie die als lokale Lautsprecher weiterleben, steht in meiner News zu LocalDot.

Quellen: ToothSpin auf GitHub · Vorstellung auf Reddit · Music Assistant: Sendspin Source


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Gründer von simon42. Schreibt hier ehrlich und leidenschaftlich über Smart Home und Technik Themen, denn das Zuhause wurde bereits von Sprachassistenten übernommen und die Kontrolle abgegeben 😁

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