Familien-Tablets wie das Skylight Calendar sind in den USA ein Riesending: ein Bildschirm in der Küche, darauf Termine, Essensplan und Ämtchen für die Kinder. Der Haken ist der übliche: Gerät kaufen und für Essensplan, Belohnungen und Aufgabenliste noch ein Abo obendrauf, bei Skylight „Calendar Plus“ für 79 Dollar im Jahr. Das Projekt Family Hub baut genau das als Integration für Home Assistant nach, lokal, ohne Cloud und ohne Abo. Für das Tablet an der Wand, das sowieso schon da hängt.

Kalender, Essensplan, Ämtchen
Herzstück ist ein Familienkalender, in dem jede Person eine eigene Spalte und Farbe bekommt, gespeist aus beliebigen Kalendern in Home Assistant, also etwa Google oder der iCloud-Kalender. Es gibt Wochen-, Monats-, Planer- und Agenda-Ansicht, Termine lassen sich direkt am Tablet anlegen, bearbeiten und wiederholen. Über jedem Tag steht, was es zu essen gibt: bis zu drei Mahlzeiten täglich, Vorlagen für ganze Wochen und eine Rezeptbox. Wer Grocy nutzt, kann es optional für Einkaufslisten und Vorrat anbinden.
Dazu kommt der Teil, bei dem Eltern hellhörig werden: Aufgaben mit Sternen, ein Belohnungskatalog, in dem die Kinder ihre Sterne eintauschen, Ziele und Routinen für morgens, nachmittags und abends. Ob die Spülmaschine dadurch freiwillig ausgeräumt wird, kann das README natürlich nicht versprechen.

Fürs Wand-Tablet gedacht sind Bildschirmschoner mit Fotos, Uhr, Wetter oder Kamerabild, eine PIN-Sperre für private Termine und ein Kiosk-Login, damit das gemeinsame Tablet weiß, wer gerade davorsteht. Timer und Wecker klingeln auf Bildschirmen, Handys und Lautsprechern, Erinnerungen verschickt Home Assistant selbst. Zehn Themes sind eingebaut, ein Theme-Builder ist dabei, und Deutsch gehört zu den acht unterstützten Sprachen.

Wie reif ist das?
Ausprobiert habe ich Family Hub noch nicht, die Einordnung stützt sich auf GitHub und das Forum. Das Repo gibt es seit Ende August 2026, seitdem sind elf Releases erschienen, zuletzt Version 1.168.84 am 24. Oktober. Mit knapp 80 Sternen ist es noch ein kleines Projekt, das gerade erst Aufmerksamkeit bekommt; offen sind nur zwei Issues, eines davon zur Grocy-Einkaufsliste. Der Entwickler selbst nennt es im Projekt-Thread im Home-Assistant-Forum noch Beta. Die Lizenz ist GPL-3.0.
Installiert wird es über HACS, allerdings noch nicht aus dem Standard-Store, sondern als benutzerdefiniertes Repository mit der Kategorie „Integration“. Danach braucht es mindestens einen Kalender und ein paar To-do-Listen, die Family Hub als Speicher für Rezepte, Essensplan und Erinnerungen nutzt. Die legst du laut Doku am einfachsten mit der eingebauten Integration „Local To-do“ an. Und weil Family Hub gleich eine ganze Reihe eigener Karten als Dashboard-Ressourcen registriert: vorher ein Backup machen schadet nicht.
Meine Einordnung: Kalender und Listen kann Home Assistant auch ohne Zusatz anzeigen, einzelne Karten dafür gibt es reichlich, wie meine Sammlung im Dashboards-Megabeitrag zeigt. Neu ist bei Family Hub das Komplettpaket aus einem Guss, das sich tatsächlich wie ein Familiengerät bedient und nicht wie ein Bastelprojekt. Wer schon ein Tablet als Wand-Panel hängen hat, bekommt damit einen guten Grund, es öfter anzusehen als nur zum Licht-Ausschalten. Und der Müllkalender passt als Kalender gleich mit hinein.
Du hast dein Familien-Dashboard schon selbst gebaut? Dann zeig es im Thread „Zeigt her eure Dashboards!“ in der simon42 Community.
Quellen: Family Hub auf GitHub · Dokumentation · Projekt-Thread im Home-Assistant-Forum
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