Man kann in Home Assistant den Stromverbrauch jeder Steckdose tracken, aber nicht, wann der Millennium Falcon aus dem Regal bei LEGO verschwindet? Diese Lücke hat ein Entwickler auf Reddit jetzt geschlossen: Die Custom-Integration LEGO for Home Assistant holt Sammlung, Wunschliste, Neuheiten und auslaufende Sets über die API von Brickset ins Smart Home. Vorgestellt hat er sie im Subreddit r/homeassistant, Version 1.0 ist seit dem 28. Oktober draußen.
🧱 Was die Integration kann
Grundlage ist dein Konto bei Brickset, der großen LEGO-Datenbank mit Sammlungsverwaltung. Daraus macht die Integration Sensoren für Sets, Steine und Minifiguren im Besitz, die Größe der Wunschliste und die Tage bis zum nächsten Auslaufen eines Wunsch-Sets. Dazu kommen Kalender für Neuerscheinungen und Auslauftermine sowie, auf Wunsch, die Geburtstage deiner eigenen Sets. Folgst du Themenwelten wie Technic oder Icons, meldet ein Ereignis jedes neue Set, sobald Brickset es listet. Ändert sich bei einem Wunsch-Set Preis, Auslauftermin oder Verfügbarkeit, gibt es ebenfalls ein Ereignis. Beides eignet sich direkt als Auslöser für eine Push-Nachricht, Beispiel-Automationen stehen im README.

Sichtbarstes Stück ist ein eigenes LEGO-Panel in der Seitenleiste: Sammlung mit Suche, Neuheiten auf einer Zeitleiste mit kleinen Steinchen pro Set, Wunschliste sortiert nach dem nächsten Auslauftermin und der Sammlungswert als Donut pro Themenwelt. Sets lassen sich dort direkt als „besitze ich“ oder „will ich“ markieren, die Änderung landet auch im Brickset-Konto. Alle Zeilen gibt es zusätzlich als Karten für eigene Dashboards.

⚠️ Die Haken: 100 Abfragen am Tag und UVP statt Marktwert
Brickset erlaubt pro API-Schlüssel nur 100 Set-Abfragen am Tag. Die Integration plant ihre Abrufe deshalb selbst um ein einstellbares Tagesbudget herum (Standard: 80) und hält zusätzlich eine lokale Liste aller Sets von Rebrickable vor, damit das Stöbern im Panel kein Kontingent frisst. Ist das Budget aufgebraucht, pausiert sie bis Mitternacht UTC und zeigt solange die letzten Daten. Wer API-Limits von anderen Cloud-Integrationen kennt, wird das Konzept zu schätzen wissen.
Der „Sammlungswert“ ist außerdem die UVP bei LEGO.com, nicht das, was ein ausgelaufenes Set heute auf dem Gebrauchtmarkt bringt. Preise gibt es nur für die vier Märkte, die Brickset erfasst: Großbritannien, USA, Kanada und Deutschland. Immerhin ist Deutschland dabei. Zum Einrichten brauchst du einen kostenlosen Brickset-API-Schlüssel, Benutzername und Passwort; das Passwort wird laut README nur einmal zum Holen eines Tokens genutzt und nicht gespeichert. Mit LEGO selbst hat das Projekt nichts zu tun, und der Entwickler schreibt offen, dass er beim Programmieren KI (Claude Code) einsetzt und jede Änderung selbst prüft.
📦 Installation und Alternativen
Installiert wird über HACS, aktuell noch als benutzerdefiniertes Repository mit der Kategorie „Integration“. Der Antrag für die Standardliste läuft seit August. Mit Home Assistant 2026.11 wird HACS übrigens zum eingebauten Marketplace. Ausprobiert habe ich die Integration noch nicht; das Repo gibt es seit Anfang August, Version 1.0.0 und 1.0.1 erschienen beide am 28. Oktober, die Lizenz ist MIT.
Ganz allein ist sie nicht: B.R.I.C.K. verwaltet LEGO-Sets ebenfalls in Home Assistant, setzt aber auf Preisvergleich bei Shops, die du selbst in einer Einstellungsdatei hinterlegst. Und wer seine Steine lieber bewegen als zählen will: LEGO Power steuert Powered-Up-Motoren per Bluetooth, getestet laut Entwickler bisher nur am LEGO-Klavier. Wenn dein LEGO-Panel steht, zeig es gern im Thread „Zeigt her eure Dashboards!“ in der simon42 Community.
Quellen: ha-lego auf GitHub · Vorstellung auf Reddit · Brickset-API-Dokumentation
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