Wer schon mal eine selbst gebaute LED-Leiste mit ESPHome ganz langsam runtergedimmt hat, kennt das Treppensteigen kurz vor dem Ausgehen: Statt sanft zu verlöschen, hüpft das Licht in sichtbaren Stufen nach unten. Ein frisch gemergter Pull-Request soll genau das glätten. Die neue Option heißt dithering und steckt im LEDC-Ausgang der ESP32-Chips.
Abgesehen davon geht natürlich auch immer WLED 👇
Was die neue Dimmoption in ESPHome macht
Das Problem kommt aus der Gammakorrektur: Damit Helligkeit für unser Auge gleichmäßig wirkt, rechnet ESPHome die Werte um, und im dunklen Bereich bleiben dadurch nur noch wenige ganze PWM-Schritte übrig. Mit dithering: true nutzt ESPHome eine Hardware-Funktion des LEDC-Bausteins: Er variiert die Pulsbreite über mehrere PWM-Zyklen und bekommt so vier zusätzliche Nachkommastellen. Laut PR sind damit im Mittel Schritte von 1/16 eines Timer-Ticks möglich, ohne dass die PWM-Frequenz sinkt. Also feinere Stufen, ohne dafür Flimmern einzukaufen. Meistens jedenfalls, dazu gleich mehr.
Unterstützt werden laut Dokumentation ESP32, ESP32-S2, ESP32-S3, ESP32-S31, ESP32-C2, ESP32-C3, ESP32-C5, ESP32-C6, ESP32-C61, ESP32-H2 und ESP32-P4. Auf echter Hardware lief es beim Entwickler auf einem ESP32-C3, in den automatisierten Tests des ESPHome-Teams zusätzlich auf einem klassischen ESP32, die übrigen Varianten wurden anhand der Registerbeschreibungen geprüft und kompiliert. Der ESP8266 bleibt außen vor, der hat keinen LEDC-Baustein.
Eingeschaltet wird das Ganze mit einer Zeile am Ausgang. Das Beispiel aus dem PR mit einer einfarbigen LED und drei Sekunden Übergang:
output:
- platform: ledc
id: led_pwm
pin: GPIO4
frequency: 19531Hz
dithering: true
light:
- platform: monochromatic
name: LED
output: led_pwm
gamma_correct: 1.8
default_transition_length: 3s
Wann kommt das in Home Assistant an?
Code und Doku wurden am 31. Oktober in den Entwicklungszweig übernommen. In der aktuellen Version 2026.10.1 ist die Option noch nicht drin. Vermutlich kommt sie mit der nächsten Monatsversion 2026.11, ein offizielles Datum gibt es dafür aber nicht. Wer nicht warten will, kann den Stand laut ESPHome-Bot schon jetzt als External Component einbinden:
external_components:
- source: github://pr#21320
components: [ledc]
Zwei Haken: Standardmäßig ist dithering aus, ihr müsst es also bewusst setzen. Und laut Doku kann es bei sehr niedriger PWM-Frequenz und geringer Helligkeit sichtbar flackern. Wer seine LEDs mit ein paar hundert Hertz betreibt, sollte also lieber erst die Frequenz hochsetzen, bevor er sich über das Ergebnis wundert.
Was das für Home-Assistant-Nutzer bedeutet
Fertige Lampen und Stripes per Zigbee oder WLAN betrifft das nicht, sondern alle, die mit ESPHome ihre eigenen Dimmer bauen: Treppen- oder Nachtlicht, LED-Profile im Schrank, Lichtwecker mit Sonnenaufgang. Gerade dort fällt das Stufen-Hüpfen auf, weil das Licht lange im dunklen Bereich verweilt. Ein Allheilmittel für jedes Flackern ist es nicht: Wenn ein Netzspannungsdimmer mit LED-Leuchtmitteln zickt, wie in diesem Community-Thread zum Shelly Dimmer 2, hilft die Option nicht. Sie wirkt nur bei PWM-Ausgängen direkt am ESP32.
Neu bei ESPHome? Wie ihr euer erstes Board flasht und in Home Assistant einbindet, erklärt der Beitrag Was ist ESPHome?. Wer adressierbare Stripes mit Effekten will, ist mit dem WLED-Tutorial meist besser bedient, und Fragen zum PWM-Dimmen mit ESPHome landen am besten in der simon42 Community.
Quelle: Pull-Request #21320 auf GitHub und Doku-PR #7864.
🛒 Passende Geräte
🔎 Auf der Suche nach dem passenden Gerät?









