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Home Assistant 2026.11 Beta: Matter-Kameras, neue Entitätsnamen und HACS als Marketplace

Die Beta von Home Assistant 2026.11 ist draußen, das fertige Release ist für den 4. November geplant. Und die Entwickler haben offenbar beschlossen, dass ein normaler Monat diesmal nicht reicht: Die offiziellen Beta-Release-Notes lesen sich wie drei Releases auf einmal. HACS wird zum Marketplace, Matter-Kameras ziehen ein, und eure Entitäten bekommen neue Namen. Letzteres solltet ihr vor dem Update wissen.

HACS heißt jetzt Marketplace

Das große Thema kennt ihr schon: HACS ist ab 2026.11 fest eingebaut und sitzt unter Einstellungen → Marketplace. Bestehende HACS-Installationen migriert Home Assistant beim ersten Start automatisch, alles Installierte bleibt da und bekommt weiter Updates. Neu bestätigt durch die Release-Notes: Eine frisch installierte Integration landet direkt in der Einrichtung, ganz ohne Neustart. Updates brauchen vorerst noch einen. Ein separates HACS lässt sich auf 2026.11 nicht mehr installieren. Was genau sich ändert und was mit AppDaemon-Apps passiert, steht in unserem Beitrag zum Marketplace.


Matter-Kameras und Gegensprechen

Mit Matter 1.5 gehören Kameras zum Standard, und die Matter-Integration unterstützt sie jetzt: Live-Bild und Schnappschüsse, gestreamt per WebRTC direkt zwischen Browser und Kamera. Auch ein aktivierter Privatsphäre-Modus wird übernommen. Voraussetzung ist ein Matter-Server, der Kameras schon kann. Wie viele Matter-Kameras es im Handel tatsächlich gibt, ist eine andere Frage, aber die Tür steht jetzt offen.

Dazu kommt Zwei-Wege-Audio als Labs-Funktion (Einstellungen → System → Labs): Im Live-Stream erscheint ein Sprech-Button für Kamera oder Türklingel. Unterstützt werden in diesem Release Matter-Kameras und Reolink, bei Reolink nur über RTSP. Weil Browser das Mikrofon nur über sichere Verbindungen freigeben, klappt das Ganze vorerst nur, wenn ihr Home Assistant per HTTPS öffnet. Wer also noch über http://192.168… unterwegs ist: Der Paketbote hört euch nicht.

⚠️ Neue Entitätsnamen: Das solltet ihr vor dem Update wissen

Mehr als vier Jahre hat das Projekt gedauert, jetzt ist es da: Entitäten heißen nur noch nach ihrer Funktion, etwa „Temperatur“, und Home Assistant ergänzt den Gerätenamen davor. Benennt ihr ein Gerät um, ziehen alle Entitäten mit. Das Team sagt selbst, dass das eine inkompatible Änderung ist: Karten, Badges und Zeilen ohne eigenen Namen zeigen künftig „Gerätename + Entitätsname“ statt des bisherigen Anzeigenamens. Aus „Nebenzeit-Verbrauch“ wird dann etwa „Stromzähler Nebenzeit-Verbrauch“.

  • Entitäts-IDs bleiben gleich, Automationen und Skripte laufen weiter.
  • Eigene Namen werden migriert. Ändert sich ein Name, bleibt der alte als Alias für Sprachassistenten erhalten.
  • Zu lang? Gerät umbenennen, bei der passenden Entität „Hauptentität des Geräts“ einschalten oder direkt in der Karte einen Namen setzen.
  • In Templates soll friendly_name abgekündigt werden, dafür gibt es entity_name(), device_name() und area_name().
  • Custom Cards: Laut Release-Notes haben viele bekannte Karten schon Updates bekommen. Also erst die Karten aktualisieren.

Mehrkanal-Geräte wie Steckdosenleisten bekommen außerdem „Kind-Geräte“ pro Kanal, den Anfang machen Tuya-Mehrfachschalter und Z-Wave-Geräte mit mehreren Endpunkten. ZHA-Gruppen bekommen ein eigenes Gerät. Wer seine Namensstrategie jahrelang gepflegt hat, darf sich nach dem Update einen Kaffee holen und einmal durchs Dashboard scrollen.

Automationen: „Alles außer der Küche“

Endlich lassen sich aus Zielen Dinge ausschließen: „Alle Lichter im Erdgeschoss, außer in der Küche“ geht jetzt per Klick auf „Ziel ausschließen“, in Auslösern, Bedingungen und Aktionen. Das bleibt dynamisch, eine neue Küchenlampe nächsten Monat wird automatisch ebenfalls ausgelassen. Dazu kommen Kleinigkeiten wie „Ersetzen“ für einzelne Schritte, „ist nicht“ beim Zustandsauslöser und Rückgängig nach versehentlichem Ausschneiden.

Home Assistant 2026.11: Zieldetails des Erdgeschosses, Waschkeller samt Deckenlicht ausgeschlossen
Bild: Home Assistant

Dashboards, die sich selbst füllen

Neue automatische Abschnitte suchen sich ihre Karten selbst: „Gerät“ zeigt alle Entitäten eines Geräts samt Bereich und Akkustand, „Entitäten“ zum Beispiel alle Lichter im Obergeschoss. Neue Geräte tauchen dort von allein auf. Abschnitte lassen sich außerdem kopieren und zwischen Ansichten und Dashboards einfügen. Wer mit unseren Dashboards arbeitet, hat damit ein paar Handgriffe weniger.

Home Assistant 2026.11: Auswahl automatischer Dashboard-Abschnitte mit Live-Vorschau
Bild: Home Assistant

Und sonst noch

  • Zigbee Green Power in ZHA: Batterielose Schalter, die ihre Energie aus dem Tastendruck holen, etwa Friends-of-Hue-Schalter, werden unterstützt. Erfahrungen mit solchen Schaltern gibt es schon in der simon42 Community.
  • Backups auf lokale Laufwerke: Neben Netzwerkspeicher gehen jetzt auch interne oder USB-Laufwerke für Backups und Medien. Die Platte muss bereits formatiert sein.
  • LoRaWAN: Über ChirpStack oder The Things Network lassen sich Langstrecken-Sensoren für Garten und Schuppen einbinden.
  • Fehlersuche: Neuer Filter „Ausgelöst durch“ in der Aktivität, eine Aktionshistorie, Live-Logs pro Integration und das Löschen einzelner Zeiträume aus Statistiken, damit ein Ausreißer nicht mehr die ganze Kurve ruiniert.
  • Z-Wave: Nötig ist mindestens zwave-js-server 3.11.0, bei der Z-Wave-JS-App Version 1.9.0.

Unser Rat wie immer: Die Beta ist zum Testen da, nicht fürs Produktivsystem. Wer bis zum 4. November wartet, vorher ein Backup zieht und einen Blick in die Liste der inkompatiblen Änderungen wirft (Matter-Klimageräte, Hue-Effekt „None“, Ring-Sirene und einige mehr), erspart sich die meisten Überraschungen.

Quelle: Home Assistant: 2026.11 Beta Release Notes · gefunden bei Caschys Blog


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Gründer von simon42. Schreibt hier ehrlich und leidenschaftlich über Smart Home und Technik Themen, denn das Zuhause wurde bereits von Sprachassistenten übernommen und die Kontrolle abgegeben 😁

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