Amazon hat heute in New York fünf neue Alexa-Geräte gezeigt. Für Smart-Home-Bastler ist ausgerechnet das kleinste davon das spannendste: Der neue Echo Dot wird zum ersten Mal ein vollwertiger Smart-Home-Hub mit Zigbee, Matter und Thread. Dazu kommt mit der Alexa Home Map eine 3D-Karte vom eigenen Zuhause, die verdächtig nach dem aussieht, was Home-Assistant-Nutzer sich seit Jahren mit viel Liebe und noch mehr YAML selbst bauen.
Echo Dot: Funkzentrale im Tennisball-Format

Laut Amazons Ankündigung steckt im neuen Dot erstmals ein eingebauter Smart-Home-Hub mit Zigbee, Matter und Thread. Außerdem neu:
- AZ3-Chip mit KI-Beschleuniger für Alexa+, vier statt drei Mikrofone
- Omnisense: Temperatur- und Präsenzerkennung im Raum, etwa um beim Reinkommen das Licht einzuschalten
- eero-Repeater: erweitert ein bestehendes eero-WLAN um bis zu rund 93 m²
- Preis: 104,99 Euro, ab sofort auch in Deutschland. Der Vorgänger lag nach der letzten Preiserhöhung bei 79,99 Euro.
Was heißt das für Home Assistant?
Kurz gesagt: Für Alexa-Haushalte ist der Dot ein günstiger Einstieg in Zigbee und Thread. Für Home Assistant ändert sich wenig, denn der Hub arbeitet für Amazon, nicht für dich. Zigbee-Geräte, die du direkt am Echo anlernst, tauchen nicht in Home Assistant auf. Wer Zigbee in Home Assistant will, nimmt weiter einen eigenen Stick mit Zigbee2MQTT oder ZHA, etwa den Home Assistant Connect ZBT-2.
Bei Matter sieht es freundlicher aus: Über Multi-Admin kann ein Gerät gleichzeitig in Alexa und in Home Assistant hängen. Die Grundlagen dazu stehen in meinem Beitrag Matter stand heute. Ein weiterer Thread-Border-Router im Haus heißt allerdings auch: noch ein Thread-Netz mehr. Wie viel Spaß das machen kann, zeigt dieser Community-Thread zum Multi-Fabric-Chaos mit Google, Alexa und Home Assistant. Welche Echos überhaupt Matter können, wird in der Community hier diskutiert.
Umgekehrt bleibt der Echo als Lautsprecher in Home Assistant nutzbar: Die offizielle Integration Alexa Devices schickt Ansagen auf Echo-Geräte und liefert Sensoren wie Temperatur. Ob der neue Dot dort sofort sauber erkannt wird, ist noch offen. Und wer Alexa ganz loswerden will: Ältere Echo Dots lassen sich mit TECHO5 Dot oder LocalDot zum lokalen Home-Assistant-Lautsprecher umbauen.
Alexa Home Map: Das Haus in 3D

Die Alexa Home Map zeigt Lampen, Schlösser, Thermostate, Kameras und Echos dort, wo sie im Haus stehen. Antippen schaltet, Lampen leuchten auf der Karte in ihrer echten Farbe, und über laufenden Lautsprechern tanzen Musiknoten. Das Außenmodell kommt laut The Verge automatisch über die Adresse. Innen scannst du jeden Raum mit einem iPhone mit LiDAR-Sensor, rund 15 bis 20 Minuten pro Haus. Mit Ring-Kameras laufen draußen animierte Personen und Autos über die Karte. Für einige dieser Funktionen braucht es allerdings ein Ring-Abo.
Starten soll das Ganze als Vorschau „später in diesem Jahr“. Einen Termin für Deutschland nennt Amazon nicht. Home-Assistant-Nutzer müssen nicht neidisch werden: 3D-Ansichten fürs Dashboard gibt es dort längst, von der floor3d-card bis zu neueren Projekten. Alles rund ums Dashboard findest du in meinem Dashboard-Mega-Beitrag. Der Unterschied: Bei Amazon klickt man es zusammen, bei uns baut man es. Dafür gehört es dann auch dir.
Der Rest der Familie

- Echo Studio mit Home Camera (259,99 Euro, ab sofort): der bekannte Atmos-Lautsprecher mit 13-Megapixel-Kamera. Alexa+ erkennt damit Dinge, die du davor hältst, und du kannst per App ins Zimmer schauen. Ein Lautsprecher, der zurückguckt. Wem das zu viel ist: Das Modell ohne Kamera bleibt für 239,99 Euro im Programm.
- Echo Time (214,99 Euro, ab sofort): Nachttisch-Wecker mit rundem 3,2-Zoll-Display und ohne Kamera. Er erkennt per Ultraschall leichte Schlafphasen und weckt dich in einem einstellbaren Fenster von 10 bis 60 Minuten vor der Weckzeit. Die Schlaferkennung ist abschaltbar.
- Echo Show 16 und Alexa Photo Frame: vorerst nur für die USA angekündigt. Der Show 16 kann die Home Map als Wand-Dashboard anzeigen.
Einige Funktionen setzen Alexa+ voraus. In Deutschland ist das für Prime-Mitglieder enthalten, ohne Prime kostet es laut Amazon 22,99 Euro im Monat.
Mein Fazit: Der Echo Dot als günstiger Zigbee- und Thread-Hub ist eine gute Nachricht für alle, die bei Alexa bleiben. Für dein Home-Assistant-Setup ersetzt er keinen eigenen Funkstick. Die Home Map sieht schick aus, braucht aber iPhone, Scan-Spaziergang und für die besten Tricks ein Ring-Abo. Und wie immer gilt: Was in Amazons Cloud steckt, bestimmt Amazon. Läuft bei dir schon Alexa neben Home Assistant? Erzähl in der simon42 Community, wie du das trennst.
Quellen: Amazon (Gerätevorstellung), Amazon (Echo Dot, Echo Studio), Amazon (Alexa Home Map), heise online, ifun.de, The Verge
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