CO₂-Sensoren haben normalerweise zwei Zustände: genau und an der Steckdose – oder batteriebetrieben und ein bisschen geraten. Sensy-One will mit dem AirBee beides zusammenbringen: einen echten NDIR-Sensor und eine Batterie, die laut Hersteller mindestens zehn Jahre hält. Zehn Jahre. Das ist länger, als manche Cloud-Dienste überhaupt existieren.
Was der AirBee kann
Der kleine Sensor misst alle fünf Minuten CO₂, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Für CO₂ steckt ein Senseair Sunrise mit NDIR-Technik drin, laut Hersteller mit einer typischen Genauigkeit von ±30 ppm plus 3 % vom Messwert. Der Luftdruck fließt zur Kompensation in die CO₂-Messung ein. Eine automatische Kalibrierung läuft im Hintergrund, eine manuelle Frischluft-Kalibrierung geht per Knopf – draußen, nicht neben dem Grill.
Spannend für uns: Der AirBee funkt wahlweise per ZigBee (ZHA oder Zigbee2MQTT) oder per Bluetooth LE im BTHome-Format – also ohne Hersteller-App, ohne Cloud, direkt in Home Assistant. Beides gleichzeitig geht nicht; umgeschaltet wird per 5-Sekunden-Druck auf die Taste. Wer Bluetooth nimmt, braucht einen Adapter oder einen Bluetooth-Proxy in Reichweite. Im ZigBee-Netz ist der AirBee ein batteriebetriebenes Endgerät und verstärkt das Netz also nicht. Homey Pro wird ebenfalls unterstützt.
Zehn Jahre – wirklich?
Die Laufzeit ist eine Hochrechnung, kein Zehn-Jahres-Praxistest – das wäre auch eine sehr lange Testphase gewesen. Sensy-One hat den Stromverbrauch über fünf Stunden gemessen: im Schnitt 14,74 µA per ZigBee und 12,44 µA per Bluetooth. Rechnerisch kommt der Hersteller damit sogar auf über 20 Jahre und verspricht vorsichtshalber „mindestens zehn“. Temperatur und Standort beeinflussen, wie lange die Batterie (eine wechselbare SAFT LS17500 mit 3,6 V) am Ende tatsächlich durchhält.
📊 Wie schlägt er sich gegen bekannte CO₂-Sensoren?
Unabhängige Tests gibt es noch nicht, der AirBee ist gerade erst in den Handel gekommen. Auf dem Papier lässt er sich aber gut einordnen:
- SwitchBot Meter Pro CO2 (69,99 Euro im SwitchBot-Shop): ebenfalls NDIR, mit Display, läuft laut Hersteller rund ein Jahr mit zwei AA-Batterien oder dauerhaft per USB-C. In Home Assistant kommt er über die SwitchBot-Integration per Bluetooth. In meinem Luftsensoren-Test ist er meine CO₂-Empfehlung – und kostet knapp die Hälfte.
- Aranet4: der Klassiker unter den Batterie-CO₂-Messern, auch NDIR, mit E-Ink-Display und zwei AA-Batterien. Home Assistant findet ihn über die Aranet-Integration per Bluetooth.
- Netatmo und Homematic IP messen CO₂ ebenfalls echt, hängen aber am Netzteil bzw. an 230 V. Wer dort eine Steckdose hat, braucht keine zehn Jahre Batterie.
- Reine VOC-Sensoren (zum Beispiel Aqara TVOC oder Eve Room) sind keine Alternative: Sie messen gar kein CO₂, sondern schätzen bestenfalls.
Unterm Strich: Der AirBee hat kein Display und ist teurer als der SwitchBot. Dafür ist er der einzige hier, der wahlweise ZigBee kann und dessen Batterie man im besten Fall bis 2036 vergisst. Fürs Schlafzimmer ohne Steckdose ist das eine interessante Rechnung, fürs Homeoffice mit Steckdose eher nicht.
📖 Welche Luftsensoren wirklich genau messen, habe ich hier verglichen: Smart Home Luftsensoren im Test
Quellen: Sensy-One AirBee auf GitHub · Sensy-One Shop · SwitchBot Meter Pro CO2 · SmarthomeAssistent · Beitragsbild: Sensy-One
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