Ihr kennt das: Im Energie-Dashboard von Home Assistant ist der größte Balken ausgerechnet „Nicht erfasst“. Genau das hat den Entwickler hinter WattSplit geärgert, bei ihm waren es 60 Prozent. Seine neue Integration schätzt den Verbrauch einzelner Geräte aus dem Signal eures Hauszählers, auch für Geräte, die gar keinen Sensor haben (Vorstellung auf Reddit, GitHub).
⚡ So funktioniert WattSplit
WattSplit beobachtet den Gesamtverbrauch, also Netzzähler, Phasen-Sensoren, Wechselrichter und Batterie, so viele ihr habt. Daraus macht es zwei Dinge:
- Gerät mit Ein/Aus-Entität, aber ohne Leistungsmessung (typisch: Klimaanlage, Waschmaschine): WattSplit lernt die Leistung daraus, wie sich der Hausverbrauch beim Schalten ändert. Hat das Gerät einen eigenen Energiezähler, dient der als Startwert.
- Gerät ganz ohne Entität (Durchlauferhitzer, Druckpumpe, Poolpumpe): WattSplit findet wiederkehrende Sprünge im Hausverbrauch und fragt unter Einstellungen > Reparaturen nach, etwa: „Eine Last von etwa 1340 W hat sich in 7 Tagen 68-mal eingeschaltet, jeweils etwa 6 Minuten. Was ist das?“ Einmal „Wasserpumpe“ geantwortet, und ab dann gibt es geschätzte Leistung, Energie und einen Läuft-Sensor.

Ein Dashboard müsst ihr nicht bauen: Alles landet als Entitäten, in den Reparaturen und auf Wunsch im Energie-Dashboard. Jede Schätzung trägt eine Konfidenz und die Indizien dafür; reicht die Datenlage nicht, steht da ehrlich „unbekannt“ statt einer ausgedachten Zahl. Alles läuft lokal, die Daten liegen in einer kleinen SQLite-Datei im Home-Assistant-Speicher, keine Cloud.
🏠 Was ihr braucht und wo die Grenzen sind
Voraussetzung ist Home Assistant 2026.10 oder neuer und mindestens ein Sensor für den Gesamtverbrauch, etwa ein Shelly Pro 3EM* im Zählerschrank. Wie ihr den einrichtet, steht in meinem Megabeitrag zu Strom, Wasser und Gas. Häufige Messwerte helfen (alle 10 bis 15 Sekunden ist ideal), aber auch ein Wechselrichter, der nur einmal pro Minute meldet, klappt: WattSplit misst die echte Update-Rate und passt sich an. Installiert wird über HACS als benutzerdefiniertes Repository, Lizenz MIT.
Und jetzt die ehrliche Ecke: WattSplit ist Beta, die Version 0.5.0 ist erst heute erschienen. Getestet ist es nur auf dem Haus des Entwicklers, dreiphasig mit Solar. Wie es sich einphasig, ohne PV oder mit anderen Zählern schlägt, will er gerade von euch wissen. Bekannte Grenzen laut README:
- Geräte, die in derselben Sekunde schalten, kann es nicht auseinanderhalten.
- Bei Geräten mit variabler Leistung (Inverter-Klimaanlagen) gibt es nur einen Durchschnitt, keine Momentanleistung.
- Kleine Lasten unter etwa 100 W bleiben bei „Nicht erfasst“.
Im Reddit-Thread kam natürlich sofort die Frage nach PowerCalc. Die beiden ergänzen sich eher: PowerCalc rechnet den Verbrauch aus einer Gerätedatenbank und braucht keinen Hauszähler, WattSplit braucht den Hauszähler und kann dafür auch den alten Wasserkocher erkennen, von dem Home Assistant nichts weiß. Der Entwickler will prüfen, ob seine Idee später sogar als Funktion in PowerCalc einziehen kann. Wer sich schon länger über den großen grauen Balken wundert, findet in der simon42 Community Hilfe, etwa im Thread Energie-Dashboard zeigt „nicht erfassten Verbrauch“ an.
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