Präsenzmelder gehören zu den wichtigsten Sensoren in einem Smart Home – aber welcher ist wirklich gut? In diesem Vergleich teste ich 9 Präsenzmelder von 15 bis 100 Euro, mit Batterie, Kabel, Zigbee, Thread, Wi-Fi, Bluetooth und ESPHome. Für jeden ist etwas dabei – inklusive persönlicher Empfehlung ✅
Inhaltsverzeichnis
- 📡 Bewegungsmelder vs. Präsenzmelder – Was ist der Unterschied?
- 💰 Günstige Einsteigermodelle
- 🔋 Batteriebetriebene Empfehlungen
- 🔌 Kabelgebundene Sensoren mit Mehrzonenerkennung
- 🔧 Nerd-Bonus: Seeed Studio mmWave Sensor
- 🏆 Meine persönlichen Empfehlungen
- Fazit
📡 Bewegungsmelder vs. Präsenzmelder – Was ist der Unterschied?
Ein normaler Bewegungsmelder nutzt einen passiven Infrarotmelder (PIR) und erkennt Wärmestrahlung deines Körpers. Das Problem: Er erkennt nur Änderungen. Sitzt du still auf der Couch, triggert er irgendwann keine Bewegung mehr – und das Licht geht aus.
Ein Präsenzmelder hat zusätzlich einen Radarsensor verbaut. Dieser kann den Raum quasi ausmessen und erkennt dich auch, wenn du dich nicht bewegst, da auch feinste Bewegungen wie Atmen wahrgenommen werden können. Bei batteriebetriebenen Modellen aktiviert der PIR-Sensor den Radar nur bei Bedarf, um Strom zu sparen.
Was bedeutet die GHz-Angabe bei Radarsensoren?
Die Frequenz des Radarsensors – angegeben in GHz – beeinflusst direkt, wie genau und empfindlich ein Präsenzmelder arbeitet. Im Smart Home begegnen dir hauptsächlich drei Frequenzbänder:
- 5,8 GHz – Längere Wellenlänge (~5 cm). Durchdringt Hindernisse besser, hat aber eine geringere Auflösung. Kommt z. B. im günstigen Sonoff SNZB-06P zum Einsatz. Technisch gesehen ist das übrigens kein echtes Millimeterwellen-Radar, wird aber oft so vermarktet.
- 24 GHz – Kürzere Wellenlänge (~1,25 cm). Bietet eine gute Balance aus Genauigkeit und Durchdringung und ist die häufigste Frequenz bei Smart-Home-Präsenzmeldern. Die meisten bewährten Sensoren setzen auf dieses Band.
- 60 GHz – Sehr kurze Wellenlänge (~5 mm). Höchste Auflösung und Präzision – kann sogar Atembewegungen und Herzschlag erkennen. Dafür schwächere Durchdringung. Kommt z. B. im Aqara FP2 und FP300 zum Einsatz.
Faustregel: Je höher die Frequenz, desto feiner die Erkennung – aber desto empfindlicher auch gegenüber Hindernissen. Für die meisten Smart-Home-Anwendungen sind 24 GHz und 60 GHz die beste Wahl.
Ist die Strahlung von Präsenzmeldern gefährlich?
Kurze Antwort: Nein. Präsenzmelder arbeiten mit nicht-ionisierender Strahlung – genau wie WLAN, Bluetooth und Mobilfunk. Die Photonenenergie von mmWave-Radar liegt bei ca. 0,1 meV. Zum Vergleich: Für ionisierende Strahlung (die tatsächlich DNA schädigen kann, wie z. B. Röntgenstrahlung) wären mindestens 10 eV nötig – das ist ein Faktor von rund 100.000. Die Sendeleistung von Consumer-Sensoren liegt typischerweise unter 100 mW und damit weit unterhalb aller geltenden Grenzwerte.
Internationale Richtlinien der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) und der FCC bestätigen die Unbedenklichkeit bei regulierten Leistungspegeln. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit im IEEE-Journal kommt zum Schluss, dass mmWave-Strahlung nicht-ionisierend ist und bei den verwendeten Leistungen kein Gesundheitsrisiko darstellt. Die einzig messbare Wirkung ist eine minimale Erwärmung der obersten Hautschicht – bei 60 GHz und 50 W/m² gerade mal ~1 °C. Consumer-Geräte liegen weit darunter. Ein Spaziergang in der Sonne ist energetisch um ein Vielfaches intensiver als ein Präsenzmelder an der Wand.
Generelle Tipps zur Montage
Beachte immer die Montagehinweise des Herstellers. Die optimale Montagehöhe liegt meistens bei 1,30 bis 1,80 Meter. Eckenmontage liefert erfahrungsgemäß die besten Optionen um Kabel zu verstecken – können aber FW-Seitig nicht alle Modelle.
💰 Günstige Einsteigermodelle
Sonoff SNZB-06P (Zigbee, Kabel)
Der günstigste mmWave-Sensor im Test. 5,8 GHz Millimeter-Wave-Radar, USB-C-Kabel, Reichweite ca. 4 Meter und fungiert als Zigbee-Router.
✅ Vorteile:
- Extrem günstig – ideal, wenn du viele Sensoren brauchst
- Fungiert als Zigbee-Router (bestätigt die Community)
- Praktische schwenkbare Montageplatte
❌ Nachteile:
- Viele False Positives (Ventilatoren, PC-Lüfter etc.)
- Keine Kalibrierung möglich, nur Distanz-Einstellung
- Inkonsistentes Delay und gelegentliches Freezing
- Nur 4 Meter Reichweite
Fazit: Für Räume ohne Störquellen und wenn es nicht auf 100% Zuverlässigkeit ankommt, kann man ihn nehmen. Ansonsten eher nicht empfehlenswert.
Tuya ZG-104ZM (Zigbee, Kabel)
Ein günstiger Präsenzmelder mit Lichtsensor. Bei mir persönlich funktioniert er ziemlich zuverlässig – aber hier ist das große Problem: Es gibt verschiedene Hardware-Varianten, und man spielt beim Kauf quasi Lotto und bei einigen in der Community klappt die Einrichtung nicht gut.
✅ Vorteile:
- Sehr günstig
- Kann bei der richtigen Hardware-Variante gut funktionieren
❌ Nachteile:
- Hardware-Lotto: verschiedene Revisionen, eine davon funktioniert kaum mit Zigbee2MQTT
- Spezielle Firmware-Einstellungen nötig
- Lichtmessung unzuverlässig
Fazit: Wenn du ein kleines Abenteuer eingehen willst, kannst du ihn ausprobieren. Pauschal empfehlen kann ich ihn aber nicht.
🔋 Batteriebetriebene Empfehlungen
SwitchBot Präsenzmelder (Bluetooth, Batterie)

Für rund 30 Euro bekommst du hier einen wirklich zuverlässigen batteriebetriebenen Präsenzmelder mit KI-Kalibrierung. Funktioniert über Bluetooth direkt mit Home Assistant – oder alternativ über einen SwitchBot Hub per Matter.
✅ Vorteile:
- Sehr zuverlässig in der Praxis
- KI-Kalibrierung reduziert Fehlalarme
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Funktioniert direkt mit Home Assistant über Bluetooth
- Ständer ist magnetisch, Klebeband liegt ebenfalls bei, kann unten oder hinten eingesteckt werden
❌ Nachteile:
- Bluetooth: Du brauchst einen Bluetooth-Proxy oder guten BT-Empfang in der Nähe
- Kein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor
Fazit: Beste Preis-Leistung bei den Batteriebetriebenen. Wenn du Bluetooth in Home Assistant eingerichtet hast, definitiv einen Blick wert.
📖 Mehr zu Bluetooth: Bluetooth in Home Assistant richtig einrichten
Meross MS605 (Matter over Thread, Batterie)
Ein besonderer Kandidat: Matter over Thread, IP67 Spritzwasserschutz, batteriebetrieben. Leider in Europa schlecht verfügbar und daher von mir nicht persönlich getestet.
https://shop.meross.com/products/smart-presence-sensor-ms605
✅ Vorteile:
- Matter over Thread – kein Hub nötig (mehr zu Thread hier)
- IP67 wassergeschützt
- Betriebstemperatur -20 bis 60 Grad
❌ Nachteile:
- In Europa schlecht verfügbar (nicht auf Amazon)
- Noch sehr neues Produkt – Firmware ggf. noch nicht ausgereift
- Nicht persönlich getestet 😅
Fazit: Interessant wegen IP67 und Matter over Thread. Empfehlung nur hinter vorgehaltener Hand – wenn du Erfahrung damit hast, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!
Aqara FP300 (Zigbee/Thread, Batterie) ⭐
Der unangefochtene Champion bei den batteriebetriebenen Sensoren. 60 GHz mmWave-Radar mit KI-Kalibrierung, Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Helligkeitssensor – ein echtes Multitalent.
✅ Vorteile:
- 5-in-1 Sensor: Präsenz, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Bewegung
- Sehr zuverlässige Erkennung mit kaum Fehlalarmen
- KI-Kalibrierung funktioniert richtig gut
- Wahlweise Zigbee oder Thread
- Kompatibel mit Zigbee2MQTT (empfohlen) und ZHA (über Quirks)
- Temperatur- und Luftfeuchtemessung ziemlich genau
❌ Nachteile:
- Preis: 50 € ist deutlich mehr als die günstigeren Alternativen
- Mindest Hold Time von 10 Sekunden
- Über Thread weniger Funktionen als über Zigbee
Fazit: Meine beste Allround-Empfehlung. Wenn du einen Sensor willst, bei dem möglichst wenig schiefgehen soll, nimm den FP300. Ich empfehle die Nutzung über Zigbee2MQTT – da hast du deutlich mehr Einstellmöglichkeiten als über Thread.
🔌 Kabelgebundene Sensoren mit Mehrzonenerkennung
Wir haben 2026 – wenn ich schon ein Kabel irgendwo hinlegen muss, dann will ich auch Mehrzonenerkennung. Alle folgenden Sensoren können verschiedene Bereiche im Raum unterscheiden.
Senvolon KLMZ (Wi-Fi/MQTT, Kabel) ⭐
Senvolon-Shop: https://senvolon.de/pkjtca *
Der Präsenzmelder von der deutschen Firma Senvolon. Hängt bei mir im Wohnzimmer und erkennt Präsenz richtig, richtig zuverlässig. Direkt für MQTT ausgelegt – keine App nötig, keine externen Server. Einrichtung komplett über eine Web-Oberfläche im Browser.
✅ Vorteile:
- Sehr zuverlässige Erkennung
- Keine App nötig – Einrichtung über Web-Oberfläche im Browser
- Komplett lokal über MQTT
- Deutsche Firma mit deutschem Support und Gewährleistung
- Klimadaten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit & Druck) inklusive
- Zukunftssicher: Keine Angst, dass die App abgeschaltet wird
❌ Nachteile:
- 100 € ist der höchste Preis im Test
- Keine Eckenmontage möglich
- Größter Sensor im Test
- Keine abgewinkelte Halterung für höhere Montage verfügbar
Fazit: Für ca. 30 € mehr als den FP2 bekommst du einen Sensor von einem deutschen Unternehmen mit deutschem Support. Wenn bei dir was nicht geht, schreibst du eine E-Mail und bekommst eine Antwort. Das ist viel wert. Richtig hängend (Anleitung Beachten) ist die Erkennung bombastisch.
Aqara FP2 (Wi-Fi, Kabel) ⭐

Der Feature-König unter den Präsenzmeldern. Hängt bei mir in der Küche in der Ecke und schaltet je nach Zone verschiedene Lichter an und aus – richtig, richtig gut, wenn er mal eingerichtet ist.
✅ Vorteile:
- Echte Mehrzonenerkennung – verschiedene Bereiche im Raum separat steuerbar
- Mehrpersonen- und Sturzerkennung
- KI-Kalibrierung (mehrmals ausführen für beste Ergebnisse)
- Eckenmontage möglich (mein Tipp: unbedingt in die Ecke hängen!)
- Seit über 1,5 Jahren bei mir im Einsatz – bewährt sich hervorragend (auch zu sehen in meinem Smart Home Exposed)
❌ Nachteile:
- Einrichtung ist fummelig – Störzonen einzeichnen, Settings tweaken
- Bei manchen klappt die Kalibrierung nie zu 100% (frustrierend)
- Einfach hinhängen und läuft? Auf keinen Fall, muss man sich etwas mit beschäftigen
Fazit: Die Königsklasse bei den Features. Wenn du bereit bist, Zeit in die Einrichtung zu investieren und ihn in der Ecke montierst, wirst du belohnt. Auch im Haus der Zukunft (Projekt mit Galileo/ProSieben) verwendet.
LinknLink eMotion Ultra (MQTT/Wi-Fi, Kabel)
60 GHz mmWave-Radar mit Mehrzonenerkennung, integriertem IR-Blaster und Temperatur-/Luftfeuchtigkeitssensor am Kabel. Funktioniert komplett lokal über MQTT.
✅ Vorteile:
- Integrierter IR-Blaster für Infrarot-Gerätesteuerung
- Komplett lokal über MQTT mit Home Assistant
- Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor am Kabel (wird nicht durch Gehäusewärme beeinflusst)
❌ Nachteile:
- Kalibrierung nicht so gut wie beim FP2
- 80 € ist nicht gerade günstig
- Keine Eckenmontage möglich
- Bluetooth-Proxy-Funktion funktioniert bei vielen nicht
- Chinesische App für die Ersteinrichtung nötig (danach lokal über MQTT)
- Temperatursensor am Kabel ist optisch nicht so schön
Fazit: Nur wirklich interessant, wenn du unbedingt einen IR-Blaster im Präsenzmelder brauchst. Ansonsten würde ich eher zum FP2 oder Senvolon greifen.
🔧 Nerd-Bonus: Seeed Studio mmWave Sensor
Ein echter Bastelsensor, der nirgendwo so richtig reinpasst – aber trotzdem erwähnenswert, weil er deinen Herzschlag erkennen kann. Ja, wirklich.
AliExpress: https://tidd.ly/4rB2RzY *
✅ Vorteile:
- Herzschlag- und Atemfrequenzerkennung (!) – ca. ±10 Schläge Genauigkeit
- Kaum Fehlerkennungen
- Erweiterungsmodule einsteckbar
- Günstiger Preis für die Features
- Läuft über ESPHome
❌ Nachteile:
- Dauerhaft Strom nötig, aber keine Mehrzonenerkennung
- Einrichtung etwas fummelig (ESPHome, Firmware-Updates)
- Herzschlag nur bei direkter Ausrichtung auf den Brustkorb zuverlässig
- Helligkeitssensor funktionierte im Test nicht korrekt
Fazit: Für ESPHome-Enthusiasten ein absoluter Blick wert. Die Herzschlagerkennung ist beeindruckend – auch wenn man sich nicht darauf verlassen sollte wie auf ein medizinisches Gerät.
🏆 Meine persönlichen Empfehlungen
🔋 Batterie
Allround-Empfehlung: Aqara FP300
Batteriebetrieben, 5-in-1 Sensor (Präsenz, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Bewegung), KI-Kalibrierung, Zigbee oder Thread – wenn du nur einen Sensor kaufen willst, bei dem möglichst wenig schiefgehen soll, nimm den FP300.
Preis-Leistung: SwitchBot Präsenzmelder

Für rund 30 € bekommst du einen sehr zuverlässigen batteriebetriebenen Sensor. Nur eine kleine Nuance unter dem FP300 – vermutlich, weil SwitchBot noch nicht so lange im Präsenzmelder-Geschäft ist. Firmware-Updates könnten hier noch einiges rausholen.
🔌 Kabelgebunden
Zuverlässig & Lokal: Senvolon
Senvolon-Shop: https://senvolon.de/pkjtca *
Für 30 € mehr als den FP2 bekommst du deutsche Gewährleistung, deutschen Support und eine Einrichtung komplett ohne App über den Browser. Die Erkennung ist auf einem ähnlichen Level wie der FP300 – wirklich bombastisch, wenn er richtig hängt.
Feature-König (Kabel): Aqara FP2

Mehrzonenerkennung, Sturzerkennung, Mehrpersonenerkennung. In der Ecke montiert und mit Geduld eingerichtet, ist der FP2 ein absoluter Gamechanger – seit über 1,5 Jahren bei mir im Einsatz und bewährt.
Fazit
Präsenzmelder sind eine der besten Investitionen für dein Smart Home. Der Unterschied zum normalen Bewegungsmelder ist gerade beim Licht enorm. Mein Tipp: Starte mit dem Aqara FP300 oder dem SwitchBot, wenn du batteriebetrieben bleiben willst. Für die volle Kontrolle mit Mehrzonenerkennung greif zum FP2 oder Senvolon. Und wer gerne bastelt, schaut sich den Seeed Studio Sensor mit Herzschlagerkennung an – das ist schon ziemlich krass.
Was du mit Präsenzmeldern alles automatisieren kannst, erfährst du in meinem Automation-Tutorial. Und wenn du sie mit Fensterkontakten und einem Alarmsystem kombinierst, hast du ein richtig solides Sicherheits-Setup. Neu in Home Assistant? Dann schau dir meinen Starter Guide an.
Diese Empfehlungen werde ich hier im Beitrag auch bei Bedarf aktualisieren – also speicher dir die Seite gerne ab.
📹 Zum ausführlichen Video: Der große Präsenzmelder-Vergleich in Home Assistant


