USB Stick bootfähig machen via CMD

Wenn du von Tools wie Rufus, Unetbootin und wie sie alle heißen genug hast, zeige ich dir hier einen Weg, deine USB Sticks über die CMD bootfähig zu machen. Das ist natürlich eher was für Nerds die auf der Arbeit angeben wollen oder für die verfechter von “Ich will dafür keine Tools von Drittanbietern nutzen”, aber interessant ist es auch alle mal. Ganz Konkret werden wir deinen USB Stick mit der CMD und Diskpart bootfähig machen.

Was ist Diskpart

DiskPart ist ein Befehlszeilendienstprogramm, das die Möglichkeit bietet, Datenträger, Partitionen oder Volumes auf dem Computer zu verwalten. Diskpart gibt es seit Windows 2000 bis einschließlich des neuesten Windows 10.

Für Freunde der grafischen Oberfläche, die Ihren USB Bootbar machen wollen, gibts hier eine gute Anleitung.

USB Stick bootfähig machen via CMD und Diskpart

SanDisk Ultra 32GB USB-Flash-Laufwerk USB 3.0 bis zu 100MB/Sek, Single Pack, Schwarz
SanDisk Ultra 32GB USB-Flash-Laufwerk USB 3.0 bis zu 100MB/Sek, Single Pack, Schwarz* Unverb. Preisempf.: € 9,99 Du sparst: € 4,00 Prime  Preis: € 5,99 Zu Amazon*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 24. Januar 2021 um 01:03 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.  

1. CMD Aufrufen

Windows Startmenü mit CMD und Kontextmenü "Als Administrator ausführen"
Suche im Startmenü nach “CMD”, mache einen Rechtsklick auf die Eingabeaufforderung und einen Rechtsklick auf “Als Administrator ausführen”

2. Diskpart starten, Datenträger auswählen & Partitionen löschen

Zuerst müssen wir mit Diskpart die Partitionen auf dem Datenträger (USB-Stick, SD-Karte, etc.) löschen. Dazu starten wir zuerst Diskpart, lassen uns die Datenträger anzeigen und wählen unseren aus der Liste. Dann löschen wir alle Volumens des Datenträgers. Folge dem GIF unten und gebe die Kommandos nach der Reihe ein.

Mit Diskpart Alle Partitionen auf Datenträger löschen
  1. diskpart
    • Hiermit starten wird das Programm Diskpart in der CMD (C:Windowssystem32> wird zu DISKPART>)
  2. list disk
    • Zeigt uns alle verfügbaren Datenträger an
  3. select disk #
    • Nun wählen wir uns unseren USB Stick (# bitte durch die Nummer des angeschlossenen Mediums ersetzen) aus. Du kannst den USB Stick leicht+ an der größe Identifizieren.
  4. clean
    • Löscht alle Partitionen auf dem Stick / Medium. Die Daten gehen dabei verloren!

3. GPT oder MBR?

Nun gibts eine Frage die du dir selbst beantworten musst: Muss dein USB Stick (oder dein anderes Medium), GPT(UEFI) oder MBR(BIOS) Partitions-Tabellen haben.

Diskpart erstellt nämlich standardmäßig eine MBR-Partitionstabelle, die nur ältere Computer mit BIOS zum Booten benutzen können.

Neuere Computer haben i.d.R. UEFI statt BIOS Firmware, was bedeutet, diese neueren PCs benötigen eine GPT Partitionstabelle um von dem Medium zu Booten.

Wenn du das nicht genau sagen kannst, überspringe den Schritt erstmal und schaue ob dein Medium im Boot-Menü erkannt wird. Wenn nicht, dann musst du die unteren Schritte ausführen, wodurch der Stick nochmal gelöscht wird, sorry 😉

Aus dem Blog
Sinnvolle Ordnerstruktur für ecoDMS
Datenträger in GPT Partitionstabelle umwandeln mit Diskpart und CMD
Wenn du die Disk (den Danteträger) noch ausgewählt hast, musst du natürlich erst ab “clean” die Befehle eingeben, um dein Medium auf GPT zu konvertieren.
Achtung, Daten gehen dabei verloren (“clean” löscht alle vorhandenen Partitionen auf dem USB Stick).
convert gpt

Falls du bereits zu GPT konvertiert hast, kannst du wieder zu MBR (für ältere Computer mit BIOS) wechseln, wenn du folgenden Befehl eingibst.

convert mbr

4. Partition erstellen und formatieren

Nun wird’s einfach, nur noch einige Schritte um den USB Stick mittels CMD bootfähig zu machen. Noch die Partition erstellen und als aktive Partition kennzeichnen. Danach noch auf das gewünschte Dateiformat formatieren, fertig.

GPT oder MBR Partition in Diskpart erstellen aktivieren und schnell formatieren
Ganz wie gewohnt, kannst du, wenn du die Disk (den Danteträger) noch ausgewählt hast, erst ab “create partition primary” die Befehle eingeben.
Auf deinem Medium wird durch die Befehle eine Partition erstellt und die Partition wird auf das Dateisystem FAT32 formatiert.
  1. create partition primary
    • Hiermit wird eine Partition über das ganze Medium (z.B. den USB Stick) erstellt.
  2. active
    • Diese Partition wird nun als aktiv gekennzeichnet. Bei GPT Partitionen muss man diesen Schritt weglassen.
  3. format fs=fat32 quick
    • Anschließend wird die Partition auf das Dateisystem FAT32 formatiert. Vergesse das “quick” am Ende zur schnellformatierung nicht, sonst darfst du dir 1 oder 2 Kaffee machen 😉

Zusammenfassung

Wie mache ich einen USB Stick mit CMD bootfu00e4hig?

Folgende Kommandos mu00fcssen der reihe nach in eine Administrative CMD eingeben werden.u003cbru003eu003cstrongu003ediskpartu003c/strongu003eu003cbru003eu003cstrongu003elist disku003c/strongu003eu003cbru003eu003cstrongu003eselect disk #u003c/strongu003e (Bitte # durch die Nummer des USB Stick ersetzen)u003cbru003eu003cstrongu003ecleanu003c/strongu003eu003cbru003eu003cstrongu003econvert gptu003c/strongu003e (Nur fu00fcr GPT / UEFI Firmware erforderlich)u003cbru003eu003cstrongu003ecreate partition primaryu003c/strongu003eu003cbru003eu003cstrongu003eactiveu003c/strongu003e (Bei GPT nicht erforderlich)u003cbru003eu003cstrongu003eformat fs=fat32 quicku003c/strongu003e

Hinweis zu FAT32

Falls das Formatieren auf FAT32 bei dir nicht klappt, weil dein Stick zu groß ist, kannst du entweder “format fs=exfat quick” eingeben, um die Partition im exFAT Dateisystem zu erstellen. Oder, falls du unbedingt FAT32 brauchst, habe ich hier einen Artikel für dich, wie man Externe Medien größer als 32GB auf FAT32 formatiert.

Außerdem, wie von Brian in den Kommentaren korrekterweise erwähnt, gibt es in manchen ISO-Dateien (Bei Windows 10 ab bestimmten Versionen z.B. die install.wim), die größer sind als 4GB. Wenn das bei dir der Fall sein sollte, solltest du den Stick mit ntfs (fs=ntfs, für Windows) oder exFAT (fs=exfat), formatieren.

Das wars auch schon. Nun kannst du einfach die Dateien aus z.B. deiner Windows 10 ISO Datei auf den Stick kopieren und anschließend von dem USB Stick booten!

ISO Datei Inhalt auf USB Stick kopieren im Windows Explorer

Wenn du beim Booten vom Stick nicht weiter kommst, dazu gibts in meinem anderen Artikel einen Kurzen Abschnitt mit Tastenkombinationen und anderen Tipps zum BIOS / UEFI Boot Menü 😉

About Simon

Hi 👋 ich bin Simon Müller. Gründer des Blogs simon42 & bekennender vollblut- und Berufs-Nerd. Hier schreibe ich ehrlich und mit Leidenschaft über alle Smart Home und Technik Themen, die mir im Leben begegnen oder mich aktuell interessieren. Mein Zuhause wurde bereits von Sprachassistenten übernommen und längst habe ich die Kontrolle über die Anzahl der smarten Geräte verloren 😁 Kaffeespende für den Author

Buy me a Coffee

Unterstütze simon42!

Dir hat der Beitrag gefallen? Super!

Wenn du magst, kannst du mich gerne durch eine kleine Spende unterstützen. Artikel zu schreiben ist sehr zeitintensiv & das Hosting der Website verschlingt einiges an Geld. Jeder Betrag ist willkommen!

6 Gedanken zu „USB Stick bootfähig machen via CMD“

  1. Erstmal danke für die ausführliche Beschreibung!

    FRAGE:
    Kann es sein, dass diese Methode nur mit Betriebssystem-Installations-Images funktioniert?

    Mit einem ISO-Image von ACRONIS hat es z.B. nicht funktioniert. Es wird nicht vom Stick gebootet.
    Ich habe alle Varianten inkl. GPT getestet.
    Es funktioniert aber, wenn ich Rufus verwende.
    Dateimäßig sind die Inhalte auf dem Stick bei beiden Methoden identisch.

    Antworten
    • Ich denke mal das funktioniert nicht, da Rufus einen speziellen Boot-Loader mitbringt, der wahrscheinlich in deiner ISO-Datei fehlt.

      Also kurzgesagt ja, dem ist so 😉

      Beste Grüße
      Simon

  2. Hallo, erstmal danke für die Anleitung. Ich kann den Fehler von Brian bestätigen. Wenn man den USB-Stick als GPT konvertiert hat, kann man nicht / muss man nicht den Befehl “active” ausführen. Es kommt dann folgende Fehlermeldung: “Dieser Datenträger ist keine MBR-Festplatte.
    Der Befehl “ACTIVE” kann nur auf einer MBR-Festplatte ausgeführt werden.”

    Antworten
  3. super Artikel soweit. Doch ein/e Frage/Kritikpunkt hab ich:
    es gibt in der WinIso eine Datei die viel größer ist als 4 GB, daher würde ich das Dateisystem nicht als fat32 formatieren, sondern ntfs (oder halt exFAT wie du oben schreibst)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

×
Jemand hat Die Ultimative Smart Life App Anleitung über Email geteilt
vor 6 hours
×
Jemand hat Die Ultimative Smart Life App Anleitung über Pinterest geteilt
vor 1 hour
Send this to a friend