Ach ja, in den good old times hat man einfach seine Diskette, CD oder DVD genommen, ins Laufwerk gelegt und den Rechner neu gestartet. Schon wurde von dem Medium gebootet und man konnte sein Windows neu installieren oder den Viren-Scan starten. Das gehört heute schon längst der Vergangenheit an, da die meisten Computer mit vorinstalliertem Windows ohne Datenträger kommen oder man kauft sich den Windows Lizenz Key direkt günstig online und lädt das Betriebssystem einfach nur herunter.

Optische Speichermedien sind weitestgehend verschwunden, daher muss man sich mit bootfähigen USB Sticks weiterhelfen wenn man z.B. Windows neu installieren oder wiederherstellen möchte. Auch wenn es dadurch für dich vielleicht erstmal komplizierter ist, wenn du deinen USB Stick bootfähig machen kannst, bring dass auch einige Vorteile mit sich.

Bootfähige USB Sticks vs DVDs

Vorteile von Bootbaren USB Sticks gegenüber von DVDs als Infografik
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Wozu brauchst du einen bootfähigen USB Stick?

Auch wenn du die Antwort bestimmt schon weißt, will ich dir trotzdem kurz ein paar Einsatzmöglichkeiten aufzeigen. Generell kann man sagen, dass man den Stick natürlich braucht, um den PC von diesem USB Stick zu booten. Auch wenn man nur Windows neu installieren möchte, in Zeiten von Ultrabooks ohne DVD-Laufwerk ist ein bootbarer USB Stick unerlässlich. Oder auch zum säubern eines PCs von Viren oder Malware ist ein Bootbarer USB Stick die heutige Standard-Lösung, da man so unabhängig vom Infizierten Betriebssystem arbeiten kann! Nun folgen noch einige Beispiele als Infografik.

Einsatzgebiete von Boot USB Sticks als Infografik
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Welcher USB Stick zum Booten?

Prinzipiell kann man von jedem USB Stick booten, sobald man eine entsprechende Boot-Partition im GPT(UEFI) oder MBR(BIOS) Format darauf erstellt hat. Der Stick muss größer sein als die ISO-Datei, die zum Booten verwendet werden soll und sollte im Optimalfall USB 3.0 haben. Ich empfehle dir hier einen von SanDisk, zuverlässig, günstig und die ISO Datei von Windows 10 64Bit (aktuell 5,1 GB) ist nicht zu groß für den USB Stick.

Außerdem ist der USB Stick dank USB 3.0 auch für ungeduldige schnell genug. Da er nur 32GB groß ist gibt’s auch keine Probleme beim formatieren auf FAT32, was will man mehr ;). Wenn du aber einen alten 8GB Stick hast, reicht das auch für Windows 10. Wird zwar nicht ganz so schnell sein, aber es wird funktionieren.

Zuletzt aktualisiert am 17/02/2020 um 03:00 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.  

Wie kannst du deinen USB Stick bootfähig machen?

Oder die besser Frage, warum musst du überhaupt deinen USB Stick bootfähig machen? Ganz einfach, auf deinem USB Stick ist nur das Dateisystem vorhanden, meist im Format FAT32 oder exFAT. Aber deinem USB Stick fehlt der sogenannte „Master Boot Record“ (MBR), der für das Booten der Computer mit einem BIOS („Basic Input/Output System“) erforderlich ist. Ohne diesen MBR weis dein Computer nicht, dass und vor allem wie er von deinem USB Stick booten kann.

Diesen MBR kannst du mit jedem beliebigem PC auf deinem USB Stick erstellen, und anschließend mit jedem PC der ein BIOS hat (i.d.R. sind das alle älteren Computer) von deinem USB Stick booten. Das erstellen des MBR geht entweder mit Windows-Boardmitteln oder mit automatisierten Tools von Drittanbietern. Ich werde dir hier erklären wie du mit kostenfreien externen Tools deinen USB Stick bootfähig machen kannst, da sich die Option mit den Windows-Bordmitteln aufgrund der Komplexität und Technischen Expertiese mehr für IT-Profis eignet.

Und als ob das nicht schon reichen würde, gibt es seid einigen Jahre auch UEFI (“Unified Extensible Firmware Interface”), eine neue Mainboard-Firmware, die BIOS inzwischen weitestgehend abgelöst hat. UEFI findet man auf auf nahezu allen neueren Geräte und dort hat man einen anderen Bootloader, der von GPT statt MBR bootet. Aber keine Sorge, ich erkläre dir hier genau wie du jeweils Sticks mit GPT oder MBR Bootsektor erstellen kannst.

Ganz egal wie du deinen USB Stick bootfähig machen willst, benötigst du immer folgendes:

  1. Das Programm, um den MBR bzw. GPT zu erstellen (Über das Windows-Programm DiskPart oder Tools eines Drittanbieters mit gleicher Funktionalität)
  2. Ein USB Stick mit mindestens 8 GB Speicher ist zu empfehlen, hängt aber natürlich von deiner ISO-Datei ab. Außerdem solltest du einen USB 3.0 Stick benutzten, um die maximale Performance von USB Sticks genießen zu können. Wenn du planst, ein portables Betriebssystem auf deinem Stick zu installieren, ist das natürlich noch wichtiger. Außerdem sollte der Stick keine Wichtigen Daten enthalten, da er i.d.R. beim aufspielen des Boot Images Formatiert wird. Die Daten sind also anschließend gelöscht!
  3. Das Betriebssystem, bzw. die Boot-Disk als ISO-Datei. Bei einer ISO-Datei handelt es sich um das Abbild einer CD- oder DVD-ROM. Mit einer ISO-Datei von Windows 10 hast du also ein Abbild der Windows 10 Installations-DVD und kannst diese so auf deinen Boot USB Stick kopieren. Diese ISO Datei kannst du entweder selber erstellen mit Tools wie UltraISO oder du lädst diese ISO-Dateien direkt herunter. Außerdem gibt es, wie im Fall von Windows 10 Tools, die dir diese ISO-Dateien herunterladen und auch direkt Bootbare USB Sticks erstellen.

Warum möchtest du deinen USB Stick bootfähig machen?

Um es dir so einfach wie Möglich zu machen, habe ich hier einen Index erstellt der dich zu den jeweiligen Artikeln oder Abschnitten weiterleitet, je nach dem, was du nun tun willst.

ISO-Datei auf USB Stick kopieren und bootfähig machen (ISO to USB)

Obwohl das natürlich auch mit Windows Boardmitteln wie der CMD und Diskpart geht, gilt das grafische Tool Rufus unter experten als zuverlässiges und schnelles Tools, wenn es um das USB Stick bootfähig machen und das anschließende kopieren von ISO Dateien auf den Stick geht (auch als ISO to USB bekannt). Es unterstützt, abgesehen vom BIOS, auch UEFI (“Unified Extensible Firmware Interface”), eine neue Mainboard-Firmware, die BIOS inzwischen weitestgehend abgelöst hat. UEFI findet man auf auf nahezu allen neueren Geräte und UEFI hat, wie bereits erwähnt, einen anderen Bootloader, der von GPT statt MBR booten kann.

Du musst dich also bei Erstellung des bootfähigen Sticks entscheiden, ob du GPT (UEFI, neuer PCs) oder MBR (BIOS, ältere PCs) als Boot-Sektor benutzen möchtest. Bist du dir unsicher, kannst du ja erst GPT und dann MBR ausprobieren. Kurz gesagt, bist du mit Rufus immer auf der sicheren Seite, da du hier sowohl alte als auch neue Geräte vom Stick booten kannst.

Falls du noch keine ISO-Datei hast: Ich habe hier einen Artikel geschrieben wie du dir eine Windows 10 ISO kostenfrei von Microsoft herunterladen kannst!

Download von Rufus Portable

https://rufus.ie/de_DE.html

Screenshot der Rufus Website mit Maus über Rufus 3.8 Portable
Lade dir zuerst Rufus in der Portable Version herunter, so musst du das Programm nicht erst installieren

Windows Explorer mit geöffnetem Kontext-Menü der Rufus Portalbe Anwendung "Als Administrator ausführen"
Anschließend fürhst du Rufus als Administratror aus.

Falls eine kommt, bestätige die Sicherheitswarnung von Windows mit Ja. Die Rufus-Aktualisierungsmeldung kannst du erstmal mit “Nein” wegklicken, du hast es ja eben erst runtergeladen 😉

Bootfähig UEFI (GPT) USB Stick erstellen mit Rufus (für aktuelle Computer)

Wenn du einen neueren Computer hast, den du vom USB Stick booten willst, folge den Schritten unten auf dem GIF um einen UEFI Bootstick zu erstellen und deine ISO Datei automatisch per ISO to USB auf den Stick kopieren zu lassen.

USB Stick bootfähig machen mit GPT Partition via Rufus und ISO to USB

Bootfähig BIOS (MBR) USB Stick erstellen mit Rufus (für ältere Computer)

Solltest du einen älteren Computer haben, den du vom USB Stick booten willst, folge den Schritten die unten zu sehen sind um einen BIOS Bootstick mit dem ISO Abbild zu erstellen.

USB Stick bootfähig machen mit MBR Partition via Rufus und ISO to USB

Bootfähig Windows To Go USB Stick erstellen mit Rufus

Hast du Lust auf Windows To Go? Dann Erstelle mit Rufus ein WindowsTo Go aus deiner Win 10 ISO Datei wie unten zu sehen.

USB Stick bootfähig machen mit Windows To Go via Rufus und ISO to USB

Wie komme ich in das Bootmenü?

Nachdem du nun deinen USB Stick bootfähig gemacht hast, willst du ihn ja sicher auch benutzen. Im Optimalfall steckst du den Stick einfach an den Computer an, startest neu und es wird vom Stick gebootet. Was aber, wenn das nicht auf Anhieb klappt? Dann musst du in das Boot-Menü oder ins BIOS/UEFI deines Computers und auswählen, dass vom USB-Stick gestartet werden soll.

Aufrufen des Boot Menüs

Wenn dein Computer ausgeschaltet ist, starte ihn und drücke direkt nach dem Einschalten die Tasten “Escape”, „Tab”, „Alt”, „Entf“, „F1“, „F2“, „F8“, „ F9″, „ F10″ oder „F12“. Das sind die Tasten, die am häufigsten verwendet werden um das Boot-Menü zu öffnen. Normalerweise erscheint die zu drückende Taste auch am Bildschirmrand, sobald das Hersteller-Logo beim einschalten auf dem Bildschirm erscheint.

usb stick bootfähig machen 1
Sollte das bei dir funktionieren wähle den angeschlossenen USB-Stick aus der Liste aus und das war’s auch schon!

UEFI-Bios Setup

Solltest du mit keiner der Tasten von oben glück haben und es wird dir auch keine andere Taste beim starten angezeigt, musst du dein BIOS umkonfigurieren. Oder, falls es sich um einen neueren PC handel, ist evtl. UEFI anstatt BIOS auf deinem Mainboard vorhanden. In diesem Fall musst du wie folgt vorgehen

usb stick bootfähig machen 2
Starte deinen Computer neu, indem du während du die SHIFT (großschreiben)-Taste gedrückt hältst auf “Neu starten” klickst

Der Rechner startet danach neu. Klicke im folgenden Bildschirm auf „Problembehandlung“, dann auf „Erweiterte Optionen“ und anschließend auf „UEFI-Firmwareeinstellungen“. Klicke auf “Neu starten”, um nach dem Neustart ins UEFI zu gelangen.

Lasst euch hier nicht verunsichern. Euer BIOS/UEFI Setup wird anders aussehen, oder ihr könnt vielleicht sogar die Maus benutzen. Aber im grunde genommen sind alle gleich aufgebaut.

usb stick bootfähig machen 3
Da wir ja die Boot-Einstellungen finden oder verändern wollen, navigiere ich zuerst mit dem Pfeiltasten zum Punkt “Startup” oben am Bildschirmrand
usb stick bootfähig machen 4
In meinem Fall habe ich hier die Einstellung “Boot device List F12 Option” auf “Enabled” geändert. Somit kann ich beim nächsten neustart einfach F12 drücken um ins Boot-Menü zu kommen.
usb stick bootfähig machen 5
Nach einem Neustart meines Laptops habe ich F12 gedrückt, und sieh da, ich bin im Boot-Menü 😉

Das war’s. Ich hoffe du konntest mit meinem Tutorial deinen USB Stick bootfähig machen 🙂

USB Stick bootfaehig machen Beitragsbild - Erfahre hier, wie du deinen USB Stick bootfähig machen kannst!

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